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Schmerzen aussen an der Hüfte – Wissen

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Schmerzen aussen an der Hüfte

Woher der Schmerz kommt, was ihn drückt und was in den Studien wirklich geholfen hat

Ratgeber · Stand August 2026 · Lesezeit ca. 25 Minuten · alle 30 DOI einzeln geprüft

1. Was Sie an der Hüfte spüren

Der Schmerz sitzt aussen an der Hüfte. Sie können ihn mit einem Finger zeigen. Er liegt genau über dem Knochenvorsprung, auf dem Sie liegen, wenn Sie sich auf die Seite drehen. Dieser Vorsprung heisst grosser Rollhügel (Trochanter major).

Typisch sind fünf Situationen:

  • Nachts im Bett. Das Liegen auf der schmerzhaften Seite weckt Sie auf. Das Liegen auf der anderen Seite tut ebenfalls weh, weil das obere Bein nach innen sinkt.
  • Beim Gehen und Treppensteigen, besonders bergauf und beim Aufwärtssteigen.
  • Beim Stehen auf einem Bein, etwa beim Anziehen von Hose oder Strümpfen.
  • Nach längerem Sitzen und beim Aufstehen aus dem Sitzen, vor allem mit übereinandergeschlagenen Beinen.
  • Beim Laufen und Wandern, oft erst nach einer gewissen Strecke.

Der Schmerz zieht häufig aussen am Oberschenkel hinunter, meist bis zum Knie. In der internationalen Fachsprache heisst das Beschwerdebild Gluteal-Tendinopathie oder Greater Trochanteric Pain Syndrome, kurz GTPS. Wir sagen in diesem Text Sehnenbeschwerden an der Hüfte.

Ein Hinweis vorweg: Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche Untersuchung. Was Ihre Ärztin oder Ihr Arzt für Ihren Fall festlegt, geht vor.

2. Woher der Schmerz kommt

Aussen an Ihrem Becken liegen zwei Muskeln, die Ihr Becken beim Gehen waagrecht halten. Sie heissen mittlerer und kleiner Gesässmuskel (Musculus gluteus medius und minimus). Ihre Sehnen setzen am grossen Rollhügel an. Genau diese beiden Sehnen sind bei diesem Beschwerdebild überlastet [2], [27].

Über den Sehnen verläuft ein derber Faserzug, der von der Beckenschaufel bis unters Knie zieht. Er heisst Tractus iliotibialis. Wenn Ihr Bein zur Körpermitte hin geht, spannt sich dieser Faserzug und drückt die Sehnen gegen den Knochen. Fachleute nennen diesen Druck Kompression. Er ist der Grund, warum bestimmte Haltungen so verlässlich wehtun (Abschnitt 8.1).

2.1 Was aus der «Schleimbeutelentzündung» geworden ist

Über Jahrzehnte hiess dieses Beschwerdebild Schleimbeutelentzündung am Rollhügel. Untersuchungen von Gewebeproben und von Bildern haben das Bild verändert [2]:

  • Bei 20 bis 30 von 100 Menschen mit Schmerzen am Rollhügel ist ein Schleimbeutel vergrössert. Meist liegt gleichzeitig eine Sehnenveränderung vor [2].
  • Bei nur 2 bis 8 von 100 dieser Menschen ist der Schleimbeutel allein verändert, ohne Sehnenbefund [2].
  • In Gewebeproben aus solchen Schleimbeuteln fanden Forschende überwiegend Binde- und Fettgewebe. Zeichen einer akuten oder anhaltenden Entzündung fehlten [2].
  • Rötung, Überwärmung und Schwellung sind bei diesem Beschwerdebild selten [2].

Daraus folgt für die Behandlung: Die Sehne braucht eine gesteuerte Belastung. Entzündungshemmung als erster Schritt geht am Kern vorbei [2], [26].

2.2 Die Gesässmuskeln sind auf beiden Seiten schwächer

Eine australische Untersuchung verglich 50 Personen mit einseitigen Sehnenbeschwerden an der Hüfte und 50 Personen gleichen Alters und Geschlechts ohne Beschwerden [16]. Gemessen wurde die Kraft beim Abspreizen des Beins.

Auf der schmerzhaften Seite lag die Kraft um 32 Prozent unter jener der Vergleichsgruppe. Auf der schmerzfreien Seite lag sie um 23 Prozent darunter [16]. Die Kraft fehlt also auf beiden Seiten.

Ob die Schwäche vor den Schmerzen da war, ist offen. Für Ihr Training folgt daraus, beide Seiten zu üben.

3. Wie häufig ist das, und wen trifft es?

In einer niederländischen Hausarztpraxis mit 10'651 Personenjahren wurden alle Sehnenbeschwerden der unteren Gliedmassen eines Jahres ausgezählt [5]. Auf 1'000 Personen und Jahr kamen:

  • 4,2 Fälle von Sehnenbeschwerden an der Hüfte, davon 3,3 neu aufgetreten
  • 2,4 Fälle von Fersenschmerz (Plantarfasziopathie)
  • 2,4 Fälle von Achillessehnenbeschwerden
  • 1,6 Fälle von Patellaspitzensyndrom
  • 1,2 Fälle von Sehnenbeschwerden in der Leiste

Die Hüfte steht damit an erster Stelle. Sehnenbeschwerden an der Hüfte sind die häufigste Sehnenerkrankung des Beins in einer Hausarztpraxis [5].

Eine amerikanische Bevölkerungsstudie untersuchte 3'026 Menschen zwischen 50 und 79 Jahren [6]. Druckschmerz am Rollhügel fanden die Forschenden bei:

  • 24 von 100 Frauen (15 einseitig, 9 beidseitig)
  • 9 von 100 Männern (7 einseitig, 2 beidseitig)

Frauen sind also rund dreimal häufiger betroffen. In der grössten Behandlungsstudie zu diesem Thema waren 167 von 204 Teilnehmenden Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 55 Jahren [1].

3.1 Auch Männer, jüngere Frauen und Laufende sind betroffen

Die Zuordnung «Frauen nach den Wechseljahren» stimmt für die häufigste Gruppe. Sie führt in die Irre, wenn Ärztinnen und Ärzte die Beschwerden bei anderen Menschen deshalb übersehen [2]. Betroffen sind ebenso:

  • Männer. In der grössten Behandlungsstudie waren 37 der 204 Teilnehmenden Männer [1].
  • Jüngere Frauen nach einer Geburt, die wieder mit Sport beginnen. Beim Stillen sinkt der Östrogenspiegel vorübergehend [2].
  • Menschen mit einer Hüftarthrose und Menschen nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks. Nach einer solchen Operation berichteten je nach Studie 2 bis 22 von 100 Personen über diese Beschwerden [2].
  • Läuferinnen und Läufer, oft nach einer raschen Steigerung von Umfang oder Tempo [27].

4. Was die Beschwerden im Alltag bedeuten

Eine australische Untersuchung verglich drei Gruppen: 42 Personen mit Sehnenbeschwerden an der Hüfte, 20 Personen mit fortgeschrittener Hüftarthrose und 23 Personen ohne Beschwerden [7]. Lebensqualität und Beeinträchtigung waren in den beiden Schmerzgruppen ähnlich stark betroffen.

Bei der Vollzeitarbeit lagen die Anteile so [7]:

  • Ohne Beschwerden: 68 von 100 Personen in Vollzeitarbeit
  • Mit fortgeschrittener Hüftarthrose: 52 von 100
  • Mit Sehnenbeschwerden an der Hüfte: 29 von 100

Diese Beschwerden wiegen also schwerer, als ihr Name vermuten lässt. Die Gruppen waren allerdings klein. Die genauen Zahlen sind entsprechend unsicher.

4.1 Diese Tätigkeiten leiden am meisten

In einer Auswertung der Ausgangsdaten von 201 Teilnehmenden nannte jede Person die drei Tätigkeiten, die ihr am meisten fehlten [8]. Zusammen kamen 585 Nennungen in 34 Gruppen. Am häufigsten genannt wurden:

  • Gehen von 68 von 100 Personen
  • Laufen von 27 von 100 Personen
  • Sitzen von 27 von 100 Personen

Im Schnitt bewerteten die Teilnehmenden ihre Tätigkeiten mit 4,6 von 10 Punkten [8]. Dabei bedeutet 10 Punkte die Fähigkeit vor Beginn der Beschwerden. Drei von vier Teilnehmenden waren mässig bis stark körperlich aktiv. Die Beschwerden treffen also aktive Menschen.

4.2 Der Schlaf leidet, und das verstärkt den Schmerz

Eine italienische Untersuchung befragte 62 Frauen mit diesen Beschwerden [10]. Die Hälfte von ihnen schlief sechs Stunden oder weniger. Auf einem Fragebogen zur Schlafqualität lag der Mittelwert bei 9 Punkten, ab 6 Punkten gilt der Schlaf als schlecht. Am Abend war der Schmerz höher als am Morgen und am Nachmittag.

In der Befragung von 20 Fachleuten aus sieben Ländern galt der Schlaf als einer der wichtigsten Anhaltspunkte für den Verlauf [4]. Ein besserer Schlaf senkt das Schmerzniveau. Wie Sie das erreichen, steht in Abschnitt 8.7.

4.3 Anhaltender Schmerz drückt auf die Stimmung

Eine Untersuchung verglich 40 Personen mit anhaltenden Beschwerden am Rollhügel und 58 Personen ohne Beschwerden [9]. Die Betroffenen berichteten über eine schlechtere Lebensqualität, mehr Niedergeschlagenheit und mehr Ängstlichkeit.

Sprechen Sie das an. Sorge und Anspannung gehören zur Behandlung dazu, ebenso wie die Übungen.

5. So stellen wir fest, woher der Schmerz kommt

Aussen an der Hüfte kann der Schmerz aus mehreren Quellen stammen: aus den Sehnen, aus dem Hüftgelenk, aus der Lendenwirbelsäule oder aus einem Nerv [2]. Die Unterscheidung gelingt im Gespräch und mit wenigen Handgriffen.

Für die Sehnen sprechen der Druckschmerz am Rollhügel, die Schmerzen beim Liegen auf der Seite und die Schmerzen beim Stehen auf einem Bein [2].

Für das Hüftgelenk sprechen ein tiefer Schmerz in der Leiste, ein Schmerz im Gesäss und eine Steifigkeit. Wer Mühe hat, Schuhe und Strümpfe anzuziehen oder die Fussnägel zu schneiden, hat eher eine Hüftarthrose [2].

Für die Lendenwirbelsäule sprechen ein breiter, tiefer Schmerz über Rücken und Gesäss sowie Schmerzen beim Bücken und Heben. Ein Ausstrahlen bis in Unterschenkel und Fuss und ein Kribbeln weisen ebenfalls dorthin [2].

5.1 Die Tests, die wir an der Hüfte durchführen

Eine systematische Übersicht fasste sechs Studien mit 272 Personen und 314 Hüften zusammen [11]. Sie rechnete aus, wie stark einzelne Tests die Wahrscheinlichkeit verschieben. Ausgangspunkt war ein Ausgangsrisiko von 59 von 100.

  • Kein Druckschmerz am Rollhügel und kein Schmerz beim Abspreizen gegen Widerstand. Die Wahrscheinlichkeit sinkt von 59 auf 14 von 100 [11].
  • Druckschmerz am Rollhügel und Schmerz beim Abspreizen gegen Widerstand. Die Wahrscheinlichkeit steigt von 59 auf 96 von 100 [11].
  • Druckschmerz am Rollhügel und Schmerz beim 30-Sekunden-Einbeinstand. Die Wahrscheinlichkeit steigt von 59 auf 99 von 100 [11].

Der Druckschmerz allein taugt für die Diagnose wenig. Auch viele Menschen ohne Beschwerden reagieren dort empfindlich [2]. Die Sicherheit dieser Zahlen reicht von sehr gering bis mittel, weil die Studien klein waren [11].

In der grossen Behandlungsstudie mussten die Teilnehmenden zusätzlich bei mindestens einem von sechs Tests Schmerzen aussen an der Hüfte angeben [15]. Dazu gehören der Einbeinstand über 30 Sekunden sowie Positionen, in denen das Bein zur Körpermitte geführt wird.

6. Was ein MRT zeigt und was es entscheidet

Veränderungen an den Gesässsehnen sind auf Bildern häufig, auch bei Menschen ohne Schmerzen.

Eine Untersuchung an Frauen fand bei allen Frauen mit Beschwerden Sehnenveränderungen im MRT. Bei den Frauen ohne Beschwerden fanden sich diese Veränderungen bei 88 von 100 [12]. Bei Menschen über 45 Jahren ohne Beschwerden liegt der Anteil je nach Untersuchung zwischen 50 und 88 von 100 [2].

Ein Befund im Bild beweist also wenig. Ein unauffälliges Bild spricht dagegen recht gut gegen diese Diagnose [2].

Die 204 Teilnehmenden der grossen Behandlungsstudie hatten alle ein MRT. Eine spätere Auswertung dieser Bilder ergab [13]:

  • Bei 130 von 202 Personen waren beide Sehnen verändert.
  • Bei 85 von 202 Personen fand sich ein Riss in einer oder beiden Sehnen.
  • Von 99 Rissen gingen 77 nur durch einen Teil der Sehne und 22 durch die ganze Sehnendicke.
  • Bei 73 von 202 Personen zeigte das Röntgenbild Kalkeinlagerungen.

Der entscheidende Befund dieser Auswertung: Schmerz, Funktion und Beeinträchtigung hingen nicht mit dem Ausmass der Veränderungen im Bild zusammen [13]. Wer stärkere Bilderbefunde hatte, hatte deswegen weder mehr Schmerzen noch schlechtere Aussichten.

Ein Bild lohnt sich in drei Fällen [2]. Die Diagnose bleibt unklar. Die Behandlung verläuft anders als erwartet. Es gibt Zeichen für eine andere Ursache.

6.1 Wenn im Befund «Riss» steht

Das Wort Riss erschreckt viele Menschen. Es beschreibt eine Stufe einer langsamen Veränderung, die von der Sehnenschädigung über den Teilriss bis zum vollständigen Riss reicht [2].

Teilrisse sind bei Menschen über 50 Jahren häufig, und sie schreiten selten weiter fort [2]. Auch ein Riss durch die ganze Sehnendicke betrifft oft nur einen kleinen Teil der Sehnenbreite.

In der grossen Behandlungsstudie hatten 85 der 202 untersuchten Teilnehmenden einen Riss [13]. Sie durchliefen dieselbe Behandlung ohne Operation. Das Ausmass der Sehnenschädigung veränderte den Behandlungserfolg nicht [2].

Wenn in Ihrem Befund «Riss» steht, ist das also kein Auftrag zur Operation. Wann eine Operation zur Debatte steht, lesen Sie in Abschnitt 11.

7. Wie es ohne Behandlung weitergeht

Der Satz «Das wächst sich aus» trifft nur bei einem Teil der Betroffenen zu.

In der grossen Behandlungsstudie erhielt eine der drei Gruppen nur einen einzigen Beratungstermin, dann warteten diese Teilnehmenden ab [1]. Von 100 Personen dieser Gruppe berichteten:

  • nach 8 Wochen 29 von 100 über eine deutliche Besserung
  • nach 52 Wochen 52 von 100 über eine deutliche Besserung

Nach einem Jahr war also rund die Hälfte dieser Gruppe deutlich besser. Die andere Hälfte war es nicht.

Eine kleine australische Untersuchung verfolgte 24 Personen mit diesen Beschwerden und 20 Personen ohne Beschwerden über elf Jahre [14]. Nach elf Jahren waren von den erreichbaren Personen:

  • 9 von 20 aus der Beschwerdegruppe weiterhin betroffen, gegenüber 1 von 19 aus der Vergleichsgruppe
  • 7 von 20 aus der Beschwerdegruppe mit einer Hüftarthrose diagnostiziert, gegenüber keiner Person aus der Vergleichsgruppe

Die Gruppen waren klein, und die Autorinnen und Autoren mahnen deshalb selbst zur Vorsicht [14]. Der Zusammenhang zwischen den Sehnenbeschwerden und der späteren Hüftarthrose ist noch offen.

8. Was hilft

Die Antwort auf diese Frage stammt vor allem aus einer australischen Studie, die 2018 im British Medical Journal erschien [1]. Sie heisst LEAP-Studie. Wir stellen sie hier ausführlich vor, weil sie die Behandlung weltweit verändert hat.

Teilgenommen haben 204 Personen zwischen 35 und 70 Jahren. Alle hatten seit mindestens drei Monaten Schmerzen aussen an der Hüfte, im Schnitt mindestens 4 von 10 Punkten. Bei allen bestätigte ein MRT die Sehnenveränderung. Der Zufall teilte sie in drei Gruppen [1]:

  1. Beratung und Übungen: 14 Termine in der Physiotherapie über acht Wochen, dazu ein tägliches Heimprogramm
  2. Kortisonspritze: eine einzige Spritze unter Ultraschallkontrolle, dazu eine kurze Beratung
  3. Abwarten: ein einziger Beratungstermin

Nach acht Wochen berichteten über eine deutliche Besserung [1]:

  • 77 von 100 aus der Gruppe mit Beratung und Übungen
  • 58 von 100 aus der Gruppe mit Kortisonspritze
  • 29 von 100 aus der Gruppe, die abwartete

Nach 52 Wochen berichteten über eine deutliche Besserung [1]:

  • 78 von 100 aus der Gruppe mit Beratung und Übungen
  • 57 von 100 aus der Gruppe mit Kortisonspritze
  • 52 von 100 aus der Gruppe, die abwartete

Der Schmerz in der letzten Woche wurde auf einer Skala von 0 bis 10 erfasst. Nach acht Wochen lag er im Schnitt bei 1,5 Punkten (Beratung und Übungen), 2,7 Punkten (Spritze) und 3,8 Punkten (Abwarten) [1]. Nach 52 Wochen lagen die Werte bei 2,1, 2,3 und 3,2 Punkten.

Eine systematische Übersicht aus dem Jahr 2025 durchsuchte fünf Datenbanken nach Studien guter Qualität [3]. Sie fand vier wirksame Behandlungen aus vier Studien. Beratung und Übungen erhielten dabei die beste Beleglage [3].

8.1 Diese Positionen drücken auf die Sehne

Der erste Teil der Behandlung kostet nichts und beginnt heute. Er besteht darin, den Druck auf die Sehnen zu senken. Der Druck steigt immer dann, wenn Ihr Oberschenkel zur Körpermitte hin geht [2], [27].

Im Liegen:

  • Schlafen Sie auf der schmerzfreien Seite oder auf dem Rücken.
  • Legen Sie in Seitenlage ein festes Kissen zwischen Knie und Knöchel. So bleibt das obere Bein auf der Höhe der Hüfte.
  • Legen Sie in Rückenlage ein flaches Kissen unter die Knie.

Im Sitzen:

  • Stellen Sie beide Füsse nebeneinander auf den Boden, die Knie etwa hüftbreit.
  • Wählen Sie eine höhere Sitzfläche, sodass Ihre Knie tiefer stehen als Ihre Hüften.
  • Stehen Sie nach längerem Sitzen zwischendurch auf.

Im Stehen:

  • Verteilen Sie Ihr Gewicht auf beide Füsse.
  • Halten Sie Ihr Becken waagrecht, statt in eine Hüfte zu sinken.

Beim Gehen:

  • Setzen Sie die Füsse in zwei Spuren auf, etwa hüftbreit.
  • Steigern Sie Strecke und Tempo langsam, höchstens um rund 10 Prozent pro Woche [2].

Diese Beratung war Teil aller wirksamen Studien [1], [17], [18]. In der Befragung der 20 Fachleute galt sie als der Teil, den Betroffene am schnellsten selbst umsetzen können [4].

8.2 Das Übungsprogramm aus der LEAP-Studie

Das Programm der LEAP-Studie ist im Studienprotokoll vollständig veröffentlicht [15]. Es umfasst vier bis sechs Übungen und dauert täglich 15 bis 20 Minuten.

Woche 1, Gewöhnung. Alle Übungen langsam und mit leichtem Aufwand:

  • Anspannen ohne Bewegung: in Rückenlage die Beine nach aussen gegen einen Gurt oder gegen Ihre Hände drücken. 5 bis 10 Sekunden halten, 3 bis 5 Wiederholungen, zweimal täglich. Dasselbe im Stehen, 5 bis 15 Sekunden.
  • Brücke: in Rückenlage mit beiden Füssen das Becken anheben. 10 Wiederholungen, einmal täglich.
  • Kniebeuge: mit beiden Beinen, so tief wie schmerzarm möglich. 10 Wiederholungen, einmal täglich.
  • Seitwärtsschritte: 10 Schritte je Richtung, einmal täglich.

Woche 2, erste Belastung. Die Übungen von Woche 1 bleiben. Dazu kommen versetzte Formen: eine Brücke und eine Kniebeuge, bei denen ein Fuss weiter vorne steht und das andere Bein mehr Gewicht trägt. Je 5 Wiederholungen. Die Seitwärtsschritte steigen auf 15 je Richtung [15].

Woche 3 bis 8, Aufbau. Die einbeinbetonten Übungen bekommen mehr Gewicht [15]:

  • Brücke einbeinbetont: 5 bis 10 Wiederholungen, 2 Sätze, täglich
  • Kniebeuge einbeinbetont: 5 bis 10 Wiederholungen, 2 Sätze, täglich
  • Seitwärtsschritte mit einem elastischen Band: 5 bis 10 je Richtung, 1 bis 2 Sätze
  • Zweimal wöchentlich in der Praxis: Abspreizen gegen Federwiderstand, aufrecht und in der leichten Kniebeuge, 5 bis 10 je Richtung

Der Aufwand wird mit einer Anstrengungsskala gesteuert. Das Aufwärmen bleibt leicht, die Übungen zur Bewegungskontrolle sind mittel bis anstrengend, das schwere Kräftigen ist anstrengend bis sehr anstrengend [15].

In der LEAP-Studie kamen die Teilnehmenden in den ersten zwei Wochen einmal wöchentlich in die Physiotherapie, danach zweimal wöchentlich [15]. Das ergibt 14 Termine in acht Wochen.

So viele Termine sind in vielen Ländern schwer zu erhalten. Eine irische Studie prüfte deshalb dieselbe Behandlung mit nur sechs Terminen über acht Wochen [20]. 65 Personen nahmen teil, 58 von ihnen blieben bis zum Ende dabei. Die Durchführbarkeit war gegeben. Ob sechs Termine gleich gut wirken wie 14, prüft erst die geplante grosse Studie mit 134 Teilnehmenden [20].

Eine dänische Studie prüfte einen schwereren Weg: 19 Personen trainierten zwölf Wochen lang zweieinhalbmal pro Woche mit schweren, langsam ausgeführten Übungen [19]. 18 von 19 hielten das Programm durch, eine Person brach ab. Schwere Nebenwirkungen traten keine auf. Die Schmerzen blieben vor, während und 24 Stunden nach den Einheiten erträglich. Die Gruppe war klein, und eine Vergleichsgruppe fehlte [19].

8.3 Wie viel Schmerz beim Üben erlaubt ist

Die LEAP-Studie arbeitete mit zwei verschiedenen Regeln [15]:

  • Bei den Übungen zur Bewegungskontrolle, etwa Kniebeuge und Brücke, sollte der Schmerz am Rollhügel gar nicht ansteigen. Ein Anstieg zeigt, dass Becken und Bein noch nicht sauber geführt werden.
  • Beim schweren Kräftigen ohne Druck auf die Sehne waren bis zu 5 von 10 Punkten erlaubt. Voraussetzung war, dass der Schmerz danach wieder abklingt.

Die wichtigste Regel ist die 24-Stunden-Regel: Am Abend und am nächsten Morgen darf der Schmerz höchstens auf dem Niveau von vorher liegen [2]. Ist er höher, war die Belastung zu gross. Reduzieren Sie dann Gewicht, Wiederholungen oder Strecke.

8.4 Wie lange es dauert

Die Fachleute in der internationalen Befragung nannten übereinstimmend zwölf Wochen durchgehendes Training als Mindestzeit für einen erkennbaren Erfolg [4]. Für den vollständigen Aufbau von Kraft nannten sie sechs Monate bis ein Jahr.

In der LEAP-Studie besserten sich die Beschwerden im Schnitt bereits innerhalb der acht Wochen deutlich [1]. Der Zustand nach 52 Wochen war ähnlich gut wie jener nach acht Wochen. Die Besserung hielt also an.

Die Fachleute empfahlen ausserdem kurze, häufige Einheiten statt weniger langer [4]. Zehn Minuten an fünf Tagen wirken besser als 50 Minuten an einem Tag.

8.5 Warum Dehnen der Aussenseite die Beschwerden verstärkt

Über Jahrzehnte galt ein verkürzter Faserzug an der Aussenseite als Ursache. Daraus entstand die Empfehlung, ihn zu dehnen [2].

Für eine Verkürzung gibt es bei diesem Beschwerdebild keine Belege [2]. Die üblichen Dehnübungen führen das Bein zur Körpermitte. Genau diese Bewegung presst die Sehnen gegen den Knochen [2], [27].

Dasselbe gilt für die Übung, bei der Sie in Seitenlage die Knie öffnen und schliessen, die sogenannte Muschel. Diese Übung führt das Bein wiederholt zur Körpermitte. Sie kam in keiner der Behandlungsstudien vor [2].

Setzen Sie stattdessen auf Übungen im Stehen mit Gewicht auf dem Bein. Sie erreichen die Gesässmuskeln stärker [2]. Warum Dehnen auch sonst weniger leistet als erwartet, steht in unserem Ratgeber Dehnen.

8.6 Was an diesem Programm noch unsicher ist

Zwei Studien haben ein gezieltes Übungsprogramm gegen Schein-Übungen geprüft. Beide Gruppen erhielten dieselbe ausführliche Beratung zur Belastung.

In der ersten Studie übten 94 Frauen nach den Wechseljahren zwölf Wochen lang [17]. Beide Gruppen besserten sich nach 12 und nach 52 Wochen deutlich. Zwischen den Gruppen fand sich kein Unterschied.

In der zweiten Studie erhielten 132 Frauen nach den Wechseljahren zusätzlich entweder eine Hormoncreme oder eine Scheincreme [18]. Auch hier besserten sich alle Gruppen. Zwischen den Gruppen fand sich wiederum kein Unterschied.

Daraus folgt eine ehrliche Einordnung. Belegt ist das Paket aus Beratung, Belastungssteuerung und regelmässigen Übungen im Vergleich zum Abwarten [1], [3]. Welche einzelne Übung wie viel dazu beiträgt, wissen wir noch nicht sicher.

Eine Metaanalyse über drei Studien mit 383 Personen bestätigt dieses Bild [30]. Übungen verbesserten die Funktion gegenüber einer minimalen Behandlung, kurzfristig und langfristig. Bei der Lebensqualität fand sich kein Unterschied.

Für Ihren Alltag ändert das wenig. Die Beratung setzen Sie sofort um, und die Übungen kosten wenig und schaden nicht [19].

8.7 So schlafen Sie besser

Der Schlaf ist für viele Betroffene das drängendste Problem [4], [29]. Diese vier Punkte helfen:

  1. Kissen zwischen die Knie. Es hält das obere Bein auf Hüfthöhe, wenn Sie auf der Seite liegen.
  2. Weiche Unterlage auf der Liegeseite. Eine Matratzenauflage senkt den Druck auf den Rollhügel.
  3. Rückenlage mit Kissen unter den Knien, wenn die Seitenlage weiterhin wehtut.
  4. Schmerzmittel am Abend. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt danach. In der Fachbefragung galt eine gute Nacht als Voraussetzung für alles Weitere [4].

9. Was die Kortisonspritze leistet

Die Kortisonspritze wirkt bei vielen Menschen rasch. Ihre Wirkung lässt nach.

In der LEAP-Studie berichteten nach acht Wochen 58 von 100 Personen aus der Spritzengruppe über eine deutliche Besserung. In der abwartenden Gruppe waren es 29 von 100 [1]. Nach 52 Wochen lagen die Werte bei 57 von 100 gegenüber 52 von 100. Der Vorsprung war damit weitgehend verschwunden.

Eine deutsche Studie mit 229 Personen verglich eine Kortisonspritze, ein Heimtrainingsprogramm und eine Stosswellenbehandlung [21]. Als Erfolg zählte «vollständig erholt» oder «deutlich gebessert»:

  • Nach 1 Monat: Spritze 75 von 100, Stosswelle 13 von 100, Heimtraining 7 von 100
  • Nach 4 Monaten: Stosswelle 68 von 100, Spritze 51 von 100, Heimtraining 41 von 100
  • Nach 15 Monaten: Heimtraining 80 von 100, Stosswelle 74 von 100, Spritze 48 von 100

Der zeitliche Verlauf ist damit in zwei unabhängigen Studien gleich: früher Vorteil, später kein Vorteil mehr.

Eine systematische Übersicht über die Wirkung von Kortison auf Sehnengewebe beschreibt zudem mögliche Nachteile [24]. Dazu gehören eine geringere Zellteilung, eine geringere Bildung von Kollagen und eine ungeordnetere Faserstruktur. Diese Befunde stammen überwiegend aus Labor- und Tierversuchen.

Damit bleibt für die Spritze ein Platz. Sie kann sinnvoll sein, wenn Ihr Schmerz so stark ist, dass Sie mit den Übungen gar nicht beginnen können [4]. Die Fachleute in der internationalen Befragung sahen sie genau in dieser Rolle: als Türöffner für die Übungen, nicht als Behandlung für sich [4].

Wenn Sie sich für eine Spritze entscheiden, planen Sie den Beginn der Übungen gleich mit.

10. Stosswellen, Eigenblut und Hormone

10.1 Stosswellen

Die systematische Übersicht von 2025 fand für die fokussierte Stosswellenbehandlung eine sehr grosse Schätzung des Vorteils gegenüber der Kortisonspritze auf lange Sicht [3]. Diese Schätzung stammt aus einer einzigen Studie [21], und ihre Grössenordnung ist für ein solches Verfahren unerwartet hoch.

Wir halten es deshalb so wie die Autorinnen und Autoren der Übersicht. Stosswellen sind eine Möglichkeit, wenn Beratung und Übungen nach mehreren Monaten zu wenig bewirkt haben [3]. Als erster Schritt sind sie nicht belegt.

10.2 Eigenblut

Beim Eigenblutverfahren (PRP) spritzt eine Ärztin oder ein Arzt aufbereitete Bestandteile Ihres eigenen Blutes in die Sehne.

Eine australische Studie verglich eine Eigenblutspritze mit einer Kortisonspritze bei 80 Personen [22]. Nach zwölf Wochen erreichten 32 von 39 Personen aus der Eigenblutgruppe eine bedeutsame Besserung, gegenüber 21 von 37 aus der Kortisongruppe.

Eine britische Studie verglich die Eigenblutspritze mit einer Scheinspritze bei 79 Personen [23]. Beide Gruppen besserten sich, und die Besserung hielt zwölf Monate an. Zwischen den Gruppen fand sich zu keinem Zeitpunkt ein Unterschied.

Die zweite Studie beantwortet die wichtigere Frage. Sie zeigt, dass die Besserung nach einer Eigenblutspritze auch ohne Wirkstoff eintritt. Für das Eigenblutverfahren spricht damit derzeit wenig [2], [23].

10.3 Hormone nach den Wechseljahren

Ein Zusammenhang zwischen Östrogen und der Belastbarkeit von Sehnen ist plausibel. Er erklärt, warum Frauen nach den Wechseljahren so häufig betroffen sind [2].

Die dazu durchgeführte Studie mit 132 Frauen fand keinen Unterschied zwischen der Hormoncreme und der Scheincreme [18]. Alle Gruppen besserten sich über zwölf Wochen.

Eine Hormonbehandlung allein wegen dieser Beschwerden ist damit nicht belegt. Wenn Sie aus anderen Gründen darüber nachdenken, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

11. Wann eine Operation zur Debatte steht

Eine systematische Übersicht aus dem Jahr 2026 durchsuchte sechs Datenbanken nach Studien zur Behandlung von Rissen der Gesässsehnen [25]. Sie fand 38 Arbeiten mit 1'584 Personen. Alle untersuchten eine Operation, und 35 davon waren blosse Fallsammlungen. Eine Studie mit Zufallszuteilung fand sich nicht.

Die Ergebnisse nach mindestens zwölf Monaten waren günstig. Die Lebensqualität verbesserte sich je nach Studie um 22 bis 49 Punkte von 100, der Schmerz sank um 1 bis 7 Punkte von 10 [25]. Die Sicherheit dieser Zahlen bewerteten die Autorinnen und Autoren als sehr gering. Bei 58 von 100 Arbeiten war die Qualität niedrig.

Ausserdem fand die Übersicht keine einzige Studie zur Behandlung von Sehnenrissen ohne Operation [25]. Ein Vergleich zwischen den beiden Wegen steht damit aus.

Für ein Gespräch über eine Operation sprechen nach heutigem Stand drei Befunde [2]:

  • ein grossflächiger Abriss der Sehne vom Knochen
  • ein deutliches Absinken des Beckens beim Gehen, das sich nicht bessert
  • eine anhaltend deutliche Kraftminderung beim Abspreizen nach mindestens drei Monaten Training

Für Sehnenbeschwerden an Armen und Beinen allgemein empfehlen Fachleute, mindestens ein Jahr mit Übungen zu behandeln, bevor eine Operation erwogen wird [2]. Diese Empfehlung lässt sich auf die Hüfte übertragen, solange Vergleichsstudien fehlen.

12. Was Sie selbst tun

12.1 Diese fünf Dinge beginnen heute

  1. Legen Sie ein Kissen zwischen die Knie, wenn Sie auf der Seite liegen. Schlafen Sie auf der schmerzfreien Seite.
  2. Stellen Sie beide Füsse nebeneinander auf den Boden, wenn Sie sitzen.
  3. Verteilen Sie Ihr Gewicht beim Stehen auf beide Füsse.
  4. Lassen Sie das Dehnen der Aussenseite weg, ebenso die Muschel-Übung in Seitenlage.
  5. Beginnen Sie mit dem Anspannen ohne Bewegung (Abschnitt 8.2). Diese Übung geht im Liegen und im Stehen.

12.2 Diese Angaben brauchen wir von Ihnen

  • Wo genau der Schmerz sitzt. Zeigen Sie mit einem Finger darauf.
  • Wie Sie schlafen. Auf welcher Seite, wie oft Sie aufwachen, wie lange Sie schlafen.
  • Wie weit Sie gehen können und ab welcher Strecke der Schmerz beginnt.
  • Wie das Treppensteigen geht, aufwärts und abwärts.
  • Was sich in den letzten Monaten geändert hat. Ein neues Laufprogramm, ein Umzug mit Treppen, eine längere Krankheit, eine Operation an der Hüfte.
  • Welche Behandlungen Sie schon hatten, mit Zeitpunkt und Wirkung.

Diese sechs Angaben führen schneller zur Ursache als jeder einzelne Test.

12.3 So sehen Sie, ob die Behandlung wirkt

Ein internationales Fachgremium hat 2024 festgelegt, welche Grössen bei diesem Beschwerdebild gemessen werden sollen [28]. Keines der geprüften Messinstrumente erfüllte alle Anforderungen. Bis bessere vorliegen, empfiehlt das Gremium diese fünf:

  • Ihre eigene Einschätzung der Gesamtveränderung seit Behandlungsbeginn
  • Ihr Schmerz in der Nacht auf einer Skala von 0 bis 10
  • Die Zeit bis zum Auftreten von Schmerz im Einbeinstand, bis 30 Sekunden
  • Ihr Schmerz beim Steigen einer Treppe auf einer Skala von 0 bis 10
  • Ihr Zutrauen, trotz Schmerzen etwas zu tun

Notieren Sie diese Werte am Anfang. Messen Sie nach sechs und nach zwölf Wochen erneut. Erst der zweite Wert zeigt Ihnen, ob das Programm wirkt.

13. Für Fachpersonen: acht Folgerungen für die Praxis

Dieser Abschnitt richtet sich an Kolleginnen und Kollegen aus Physiotherapie und Medizin. Er fasst zusammen, wie wir die Datenlage in unserer Praxis umsetzen.

  1. Diagnostizieren Sie mit Testfolgen, nicht mit einem Einzeltest. Palpation plus schmerzhafte Abduktion gegen Widerstand hebt die Nachtestwahrscheinlichkeit von 59 auf 96 von 100, Palpation plus 30-Sekunden-Einbeinstand auf 99 von 100 [11]. Die Gewissheit der Belege reicht von sehr gering bis mittel.
  2. Werten Sie eine negative Palpation stärker als eine positive. Palpation negativ plus Abduktion negativ senkt die Wahrscheinlichkeit auf 14 von 100 [11].
  3. Behandeln Sie nicht den MRT-Befund. In der LEAP-Kohorte hingen Schmerz, Funktion und Beeinträchtigung nicht mit dem Ausmass der Bildveränderungen zusammen [13]. Tendinopathische Veränderungen finden sich bei 50 bis 88 von 100 beschwerdefreien Personen über 45 Jahren [2].
  4. Setzen Sie Kompressionsentlastung vor Kraftaufbau. Adduktion über die Mittellinie erzeugt den Kompressionsreiz [27]. Clam und Traktus-Dehnung kamen in keiner wirksamen Studie vor [2].
  5. Dosieren Sie nach der 24-Stunden-Antwort. Kein Schmerzanstieg bei Übungen zur Beckenkontrolle, bis 5 von 10 bei kompressionsfreier schwerer Kräftigung [15].
  6. Rechnen Sie mit zwölf Wochen. Die internationale Expertenbefragung nennt zwölf Wochen als Mindestdauer und kurze häufige Einheiten als bessere Verteilung [4].
  7. Kommunizieren Sie die Unsicherheit beim Übungsinhalt. Zwei kontrollierte Studien fanden keinen Unterschied zwischen gezielten und Schein-Übungen bei gleicher Beratung [17], [18]. Belegt ist das Gesamtpaket gegenüber dem Abwarten [1], [3].
  8. Erheben Sie Schlaf und Stimmung standardisiert. Beides sagt in der Praxis mehr über den Verlauf aus als der Palpationsbefund [4], [9], [10].

Zur Einordnung der Beleglage: Die systematische Übersicht von 2025 fand aus allen randomisierten Studien nur vier Behandlungen mit nachgewiesener Wirksamkeit [3]. Der Grossteil der Wirksamkeitsbelege für Beratung und Übungen stammt aus einer einzigen Studie [1]. Eine zweite grosse Studie fehlt bis heute.

14. Was Sie über diese Sehnenbeschwerden wissen sollten

  • Der Schmerz stammt meist von den Sehnen der Gesässmuskeln. Ein entzündeter Schleimbeutel allein liegt bei 2 bis 8 von 100 Betroffenen vor [2].
  • Beratung und Übungen wirken am besten. Nach 52 Wochen berichteten 78 von 100 Personen über eine deutliche Besserung. Nach einer Kortisonspritze waren es 57 von 100, beim Abwarten 52 von 100 [1].
  • Die Kortisonspritze wirkt früh und verliert ihren Vorsprung. Nach 15 Monaten lag sie in einer zweiten Studie hinter Heimtraining und Stosswelle [21].
  • Das Abwarten hilft rund der Hälfte. Nach einem Jahr war die andere Hälfte weiterhin betroffen [1].
  • Der Druck auf die Sehne entsteht, wenn Ihr Bein zur Körpermitte geht. Kissen zwischen die Knie, Füsse nebeneinander, Gewicht auf beide Beine [2].
  • Dehnen der Aussenseite verstärkt genau diesen Druck [2].
  • Rechnen Sie mit zwölf Wochen Training, verteilt auf kurze tägliche Einheiten [4].
  • Ein «Riss» im MRT-Befund verlangt keine Operation. 85 von 202 Teilnehmenden der LEAP-Studie hatten einen Riss und wurden ohne Operation behandelt [13].
  • Zum Eigenblutverfahren spricht die aussagekräftigste Studie dagegen. Gegenüber einer Scheinspritze fand sich kein Unterschied [23].
  • Welche einzelne Übung wie viel beiträgt, ist offen [17], [18].

Beginnen Sie mit den Positionen aus Abschnitt 8.1. Fragen Sie danach nach einem Übungsprogramm und nach einem Termin für die zweite Messung.

Wie Sehnenbeschwerden an der Schulter verlaufen, steht in unserem Ratgeber Schulterschmerzen. Wie sich eine Hüftarthrose davon unterscheidet, lesen Sie unter Hüftarthrose.

Literatur

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Transparenz

  • Autorschaft: Roger Hilfiker
  • KI-Unterstützung: Literaturrecherche und Textentwurf entstanden mit Claude (Anthropic). Roger Hilfiker hat alle Aussagen, Zahlen und Quellen geprüft und den Text überarbeitet.
  • Erstellt: 22. August 2026
  • Zuletzt aktualisiert: 22. August 2026
  • Quellen: die 30 Arbeiten im Literaturverzeichnis. Alle DOI wurden gegen das Crossref-Register geprüft.
  • Interessenbindung: Unsere Praxis bietet Physiotherapie an und verdient an der Behandlung, die dieser Text als wirksamste beschreibt. Die Zahlen dazu stammen aus einer Studie, an der wir nicht beteiligt waren [1]. Die Zahlen zum Abwarten stehen im selben Umfang daneben.
  • Finanzierung: Physiotherapie Tschopp & Hilfiker, 3902 Glis. Der Beitrag entstand aus eigenen Mitteln der Praxis.
  • Nächste Überprüfung: geplant für Januar 2027

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