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Häufige Fragen

FAQ

Häufige Fragen

Ein paar Antworten auf Fragen, die wir oft hören. Klicken Sie auf eine Frage, um die Antwort zu sehen.

Gelenke und Arthrose

Was ist Arthrose und was kann ich dagegen tun?

Arthrose betrifft nicht nur den Knorpel, sondern das ganze Gelenk. Internationale Fachleute – Ärzt:innen wie Physiotherapeut:innen – empfehlen als Grundbehandlung für alle Betroffenen eine Kombination aus Schulung, Übungstherapie und, bei einem BMI ≥ 25, Gewichtsreduktion.

Behandlungsprioritäten bei Arthrose

Trainieren kann man fast überall – sogar im Büro 😉

Übung fürs Bein

Mehr Informationen:

Wir bieten das international erprobte Programm GLA:D – Gut leben mit Arthrose an. Mehr dazu.

Mehr dazu: Arthrose verstehen

Meniskusläsionen ohne akute Verletzung?

Menisken können nicht nur bei einem Unfall reissen – sie können auch schleichend Schaden nehmen. Bei solchen degenerativen Meniskusschäden ist oft eine aktive Therapie sinnvoll, bevor man an eine Operation denkt.

Ich habe Arthrose und bin wetterfühlig. Was sagt die Wissenschaft dazu?

Es gibt Hinweise, dass wetterabhängige Faktoren die Symptome verändern können – Temperaturschwankungen, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck werden in Studien genannt. Die Ergebnisse sind allerdings nicht einheitlich.

Einige Arbeiten dazu:

Darf ich mit Arthrose noch joggen – schadet Laufen den Knien?

Laufen ruiniert die Knie nicht. In Untersuchungen hatten Freizeitläuferinnen und Freizeitläufer sogar seltener Hüft- und Kniearthrose als körperlich inaktive Menschen.

Auch Schmerz während des Trainings ist nicht automatisch ein Schadenszeichen: Leichte bis mittlere Beschwerden, die sich innert 24 Stunden wieder beruhigen, sind in aller Regel unbedenklich.

Worauf es ankommt, ist der Aufbau – die Belastung schrittweise steigern, statt nach langer Pause gleich wieder loszulaufen wie früher.

Mehr dazu: Arthrose verstehen – Sport und Laufen

Mein Hüftschmerz sitzt seitlich – ist das Hüftarthrose?

Wahrscheinlich nicht. Der Schmerz bei Hüftarthrose sitzt meistens in der Leiste, nicht seitlich am Becken, und er zieht oft ins Knie.

Wer über der seitlichen Hüftknochenkante Schmerzen hat, hat in der Regel etwas anderes – meist eine gereizte Gesässsehne, die anders behandelt wird.

Das ist keine Spitzfindigkeit: Die beiden Beschwerdebilder brauchen unterschiedliche Übungen.

Mehr dazu: Hüftarthrose – wo der Schmerz sitzt

Kann ich die Hüftprothese durch Training hinauszögern?

Möglicherweise ja – bewiesen ist es nicht. In der einzigen Studie, die das über Jahre verfolgt hat, bekamen die Trainierenden ihr künstliches Gelenk im Mittel deutlich später. Es ist eine einzelne, kleine Studie: vielversprechend, nicht bewiesen.

Und wenn es doch die Operation wird, ist das kein Scheitern. Ein künstliches Hüftgelenk ist einer der zuverlässigsten Eingriffe der Medizin; nach 25 Jahren hält es bei rund 58 von 100 Menschen noch.

Mehr dazu: Hüftarthrose – lässt sich die Operation hinauszögern?

Rücken, Nacken und Verspannungen

Rückenschmerzen – was ist Cognitive Functional Therapy?

Cognitive Functional Therapy (CFT) ist ein moderner, wissenschaftlich fundierter Ansatz bei anhaltenden Schmerzen im Bewegungssystem. Grundidee: Schmerz ist komplex und wird nicht nur von körperlichen, sondern auch von gedanklichen und psychosozialen Faktoren beeinflusst.

Zentral ist eine sehr umfassende Untersuchung mit gutem Zuhören: Wie führen Sie Bewegungen aus? Wie deuten Sie Ihre Schmerzen, welche Überzeugungen und Ängste bestehen? Der kognitive Teil hilft, den Schmerz richtig einzuordnen; der funktionale Teil verändert ungünstige Bewegungs- und Verhaltensmuster.

CFT ist keine Wunderheilung – sie kommt dann zum Zug, wenn einfache Ansätze nicht geholfen haben.

Ein Einblick als Video steht auf unserer Seite Bewegung hilft (Einwilligung nötig, da YouTube).

Mehr dazu: Rückenschmerzen verstehen

Ich habe Rückenschmerzen – brauche ich ein MRT?

In den allermeisten Fällen nicht. Über 90 Prozent der Rückenschmerzen sind «unspezifisch». Das heisst nicht «es ist nichts», sondern: Keine einzelne Struktur lässt sich sicher als Schmerzquelle benennen.

Ein Bildbefund allein erklärt Ihren Schmerz ohnehin nicht. Bandscheibenvorwölbung und Degeneration finden sich bei der Mehrheit der Menschen ohne Beschwerden – bei beschwerdefreien 80-Jährigen in 84 beziehungsweise 96 Prozent.

Ernsthafte Ursachen betreffen unter ein Prozent. Für sie gibt es Warnzeichen, und die gehören ärztlich abgeklärt.

Mehr dazu: Rückenschmerzen verstehen – was Bilder zeigen

Was hilft gegen immer wiederkehrende Rückenschmerzen?

Dass Rückenschmerzen wiederkehren, ist normal und kein Zeichen von Versagen – die meisten Episoden bessern sich deutlich in den ersten Wochen.

Für die Zeit dazwischen gibt es einen erstaunlich einfachen Befund: Ein regelmässiges Gehprogramm verdoppelt annähernd die Zeit bis zum nächsten Rückfall – 208 statt 112 Tage in der bisher grössten Studie dazu.

Welche Bewegungsform Sie wählen, ist weniger wichtig, als dass Sie über Monate dranbleiben.

Mehr dazu: Rückenschmerzen verstehen – Rückfällen vorbeugen

Löst Massage Verspannungen – und schwemmt sie etwas aus?

Massage tut gut, und das ist gut belegt – aber anders, als man meist annimmt.

Es wird nichts «ausgeschwemmt»: Massage steigert die Muskeldurchblutung nicht und entfernt kein Laktat; in einer Messung behinderte sie den Abtransport sogar. Man wird kurz beweglicher, aber über das Nervensystem – die gemessene Muskelsteifigkeit ändert sich nicht.

Und zum «Hartspann»: Verhärtungen lassen sich weder zuverlässig ertasten noch objektiv messen. Massage lindert vor allem den Schmerz an dieser Stelle.

Mehr dazu: Wirkmechanismen der Massage

Ausdauer und Intensität

Ich möchte für meine Gesundheit aktiv sein. Wie viel soll ich machen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist beim Umfang klar:

WHO-Empfehlungen körperliche Aktivität

  • 150–300 Minuten pro Woche mit moderater Intensität oder 75–150 Minuten mit hoher Intensität.
  • Zusätzlich an mindestens zwei Tagen Krafttraining für alle wichtigen Muskelgruppen.
  • Ab 65 Jahren an mindestens drei Tagen zusätzlich ein vielseitiges Programm mit Schwerpunkt Gleichgewicht und Kraft (ein Programm, das beides enthält – nicht zwei getrennte Pflichten).

Faustregel zur Intensität: moderat = Sie könnten noch ganze Sätze reden und knapp ein Lied singen; hoch = Reden ja, Singen nein (im Intervall auch: ganze Sätze fallen schwer).

Am wichtigsten: Finden Sie eine Aktivität, die Freude macht – nur regelmässige Bewegung nützt. Tanzen ist zum Beispiel ausgezeichnet.

Tanzen

Roger sucht sich lieber hügeliges Gelände und achtet bergab auf Kontrolle, um die Gelenke zu schonen – oft auch mit Stöcken (Nordic Walking), das trainiert mehr Muskeln.

Nordic Walking

Mehr dazu: Ausdauertraining verstehen – wie viel brauchen Sie?

Wie intensiv soll ich trainieren, damit es gut für die Gesundheit ist?

Wir unterscheiden Ausdauer- und Krafttraining, da die Intensität unterschiedlich beurteilt wird.

Ausdauer: Die Intensität lässt sich in Zonen einteilen. Im 3-Zonen-Modell trennen zwei Schwellen die Bereiche – die erste und die zweite ventilatorische Schwelle (etwa erste/zweite Laktatschwelle).

Drei-Zonen-Modell

  • Erste Schwelle: Die Atmung wird etwas schneller; Reden geht noch gut, ein Lied ginge knapp. Darunter können Sie sehr lange trainieren.
  • Zweite Schwelle: Ganze Sätze werden schwierig, das Laktat steigt steil. Hier hält man je nach Training nur Minuten bis rund eine Stunde durch.

Häufiger Fehler: zu viel im Bereich zwischen den Schwellen. Besser sind viele lange Einheiten an der ersten Schwelle und wenige harte an/über der zweiten.

Prozentangaben der maximalen Herzfrequenz stimmen im Mittel, für Einzelne aber oft nicht. Ideal ist, zumindest die erste Laktatschwelle zu bestimmen – ein einfacher, sicherer Laktat-Stufentest genügt (kleiner Blutstropfen vom Finger je Stufe).

Mehr dazu: Ausdauertraining verstehen – die zwei Schwellen

Bei welcher Intensität verbrenne ich am meisten Fett?

Je schneller Sie trainieren, desto mehr Energie brauchen Sie – aber die Kohlenhydratspeicher leeren sich schnell und der Heisshunger meldet sich. Langsamer trainieren verbrennt zwar weniger Kalorien, dafür anteilig mehr Fett.

Am meisten Fett verbrennen Sie rund um die erste ventilatorische Schwelle – dieser Punkt heisst FatMax.

Fett- und Kohlenhydratverbrennung

Diese Intensität lässt sich mit einem Laktat-Stufentest bestimmen (bei uns auf dem Velo-Ergometer oder zu Fuss, 180 CHF).

Einfacher Selbsttest: Auf dem Ergometer eine Leistung wählen, bei der Sie normal reden können; alle 4 Minuten um 20 Watt steigern und in den letzten 30 Sekunden laut einen Text vorlesen. Die erste Schwelle ist erreicht, wenn Sie schon nach wenigen Wörtern tiefer atmen müssen.

Was passiert im Körper bei Inaktivität und Aktivität?

Körperliche Inaktivität trägt zu Risikofaktoren wie Übergewicht, Insulinresistenz, ungünstigen Blutfetten, Entzündung und oxidativem Stress bei – und begünstigt so Gefäss- und Herz-Kreislauf-Probleme.

Bewegung wirkt in die Gegenrichtung: Sie verbessert die Gefäss- und Herzfunktion, senkt den Blutdruck, verbessert die Blutfette, verringert Insulinresistenz und Entzündung und fördert die Durchblutung der Muskulatur.

Ich trainiere regelmässig und werde trotzdem nicht fitter. Woran liegt das?

Ein häufiger Grund ist die Mitte. Die meisten Menschen trainieren zu hart für einen leichten Tag und zu locker für einen harten – alles landet dazwischen. Dieser Bereich ist nicht wirkungslos, aber er kostet Erholung und verträgt nur eine begrenzte Dosis. Wenn fast jede Einheit dort landet, bleibt der Fortschritt oft aus.

Der zweite Grund ist schlicht die Menge. «Ich spreche auf Training nicht an» heisst oft «die Dosis war zu klein»: In einer Untersuchung mit 78 Personen verbesserten sich alle vermeintlichen Nicht-Ansprecher, sobald zwei Trainingseinheiten pro Woche dazukamen. Mehr Dosis, mehr Zeit oder ein anderer Reiz sind darum der erste Versuch – ein Teil dessen, was wie Stillstand aussieht, ist zudem normale Messschwankung.

Mehr dazu: Ausdauertraining verstehen – die Grauzone

Woran merke ich, ob ich locker genug trainiere?

Der beste Test kostet nichts: Können Sie noch singen? Und zwar mühelos, nicht nur gerade eben. Die verbreitete Regel «sprechen ja, singen nein» beschreibt nämlich nicht die Mitte der lockeren Zone, sondern schon deren Obergrenze.

Zwei weitere Signale ohne Gerät:

  • Steigt Ihr Puls über eine lange Einheit bei gleichbleibendem Tempo um mehr als zehn Prozent, waren Sie zu schnell.
  • Wenn Sie eine halbe Stunde nach einer «lockeren» Einheit keinen Hunger haben, war sie nicht locker.

Mehr dazu: Ausdauertraining verstehen – der Gesangstest

Krafttraining und Muskelaufbau

Training mit Geräten, freien Gewichten oder eigenem Körpergewicht?

Alle drei Wege haben Vor- und Nachteile.

Geräte sind gut dosierbar und – richtig eingestellt – sicher; sie eignen sich, wenn z. B. eine Kniebeuge (noch) nicht möglich ist. Ausserdem trainiert man oft in einem Zentrum, was die Motivation fördert.

Beinpresse (Symbolbild)

Freie Gewichte (z. B. Hanteln) fordern die Koordination stärker – ein Vorteil, aber sie brauchen mehr Anleitung.

Eigenes Körpergewicht ist sehr sicher, überall und ohne Aufwand möglich; die Übungen richtig an das Ziel anzupassen braucht aber etwas Fachwissen.

Wir sind eine kleine Praxis ohne Kraftgeräte und überzeugt, dass Übungen ohne Geräte für die meisten viele Vorteile bringen. Wird ein Gerätetraining nötig, gibt es in Brig Kolleg:innen, die das anbieten.

Mehr dazu: Krafttraining – Geräte oder freie Gewichte?

Wie oft und wie schwer muss ich trainieren, damit es etwas bringt?

Nur wenige Dinge machen wirklich einen Unterschied:

  • mindestens zweimal pro Woche trainieren
  • alle grossen Muskelgruppen ansprechen
  • jeden Satz so anstrengend gestalten, dass am Ende nur noch wenige Wiederholungen möglich wären
  • die Bewegungen ganz ausführen
  • nach einigen Wochen mehr Gewicht oder mehr Wiederholungen schaffen als am Anfang

Zeitmangel ist der schwächste Einwand: Als Mindestmass genügen vier Sätze pro Muskelgruppe und Woche mit drei bis vier Grundübungen – das sind zweimal zwanzig bis dreissig Minuten.

Mehr dazu: Krafttraining – die Stellschrauben, die zählen

Ist Krafttraining im Alter oder mit Herzproblemen sicher?

Ja. In Studien mit über 38 000 Teilnehmenden erhöhte Krafttraining schwerwiegende Zwischenfälle nicht. Bei Menschen mit verengten Herzkranzgefässen traten alle 63 Herz-Kreislauf-Zwischenfälle beim Ausdauertraining auf – kein einziger beim Krafttraining.

Kein Alter ist zu hoch und keines zu niedrig: Bei Menschen ab 60 mit bereits verminderter Muskelkraft verbesserten sich in einem Jahr Gleichgewicht, Gehtempo und Aufstehen deutlich.

Eine bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankung besprechen Sie trotzdem vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Mehr dazu: Krafttraining – ist es sicher?

Muss ich 8 bis 12 Wiederholungen machen, um Muskeln aufzubauen?

Nein – das enge Fenster von 8 bis 12 Wiederholungen ist überholt. Der Muskel wächst von etwa 5 bis 30 Wiederholungen gleich gut. Für die Maximalkraft gilt das nicht; dafür braucht es weiterhin schwere Gewichte.

Es gibt aber eine Bedingung, ohne die das nicht stimmt: Je leichter das Gewicht, desto weiter müssen Sie den Satz führen. Wer mit dem gelben Band zwölfmal zieht, obwohl dreissig gegangen wären, hat sich aufgewärmt und nicht trainiert.

Mehr dazu: Muskeln aufbauen – die Wiederholungszahl

Älter werden, Sturzrisiko und Selbstständigkeit

Sturzrisiko bei älteren Menschen

Das Sturzrisiko nimmt mit dem Alter zu – und es ist zusätzlich erhöht, wenn Gesundheitsprobleme zu vermindertem Gleichgewicht, Sehproblemen, Schwindel oder Kraftverlust führen. Auch verschiedene Medikamente können das Risiko erhöhen; lassen Sie sich dazu ärztlich beraten.

Gute Anlaufstellen:

Wird ein erhöhtes Risiko festgestellt, sollte die Ursache abgeklärt werden – dazu gehören auch Gleichgewichts- und Krafttests (einfache Tests, ohne Geräte). Die Rheumaliga Schweiz bietet dazu eine Sturzprävention an.

Mehr dazu: Stürze vermeiden

Bin ich sturzgefährdet?

Beantworten Sie ein paar kurze Fragen, um Ihr Risiko einzuschätzen. Achtung: Das ist keine medizinische Diagnose – fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Am Ende können Sie einen kurzen Bericht ausdrucken oder als PDF speichern und die Resultate mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen. Ihre Antworten bleiben dabei auf Ihrem Gerät.

Mehr dazu: Stürze vermeiden – wie hoch ist Ihr Risiko?

Was ist Sarkopenie und was kann ich dagegen tun?

Sarkopenie ist der fortschreitende Verlust von Muskelkraft, Muskelmasse und körperlicher Leistungsfähigkeit. Nach der aktuellen europäischen Definition (EWGSOP2) ist die verminderte Muskelkraft das wichtigste Kriterium; eine niedrige Muskelmasse oder -qualität bestätigt die Diagnose, und die körperliche Leistungsfähigkeit (etwa die Gehgeschwindigkeit) bestimmt den Schweregrad. Sie kann mit dem Alter auftreten (primär), aber auch Folge von Krankheit, Inaktivität oder Mangelernährung sein (sekundär). Sarkopenie erhöht das Risiko für Stürze, Gebrechlichkeit und den Verlust der Selbstständigkeit.

Die gute Nachricht: Man kann viel dagegen tun. Am wirksamsten ist Krafttraining mit ansteigendem Widerstand, ergänzt durch ausreichend Eiweiss und allgemeine Bewegung. Kraft – und vor allem die schnelle Kraft («Power») – lässt sich bis ins hohe Alter aufbauen.

Wir begleiten Sie dabei: siehe Kraft im Alter und Powertraining im Alter.

Mehr dazu: Muskelschwäche im Alter

Wie merke ich, ob meine Muskelschwäche behandlungsbedürftig ist?

Für die Einschätzung zählt in erster Linie die Kraft – nicht, wie dick ein Muskel aussieht.

Alltagszeichen sind: Aufstehen vom Stuhl fällt schwer, Treppensteigen wird mühsam, Einkaufstaschen werden zu schwer, das Gehtempo nimmt ab.

Ein kurzer Selbsttest (SARC-F) hilft bei der ersten Einschätzung – er ist aber ungenau und ersetzt keine Untersuchung. Wenn Ihnen mehrere dieser Punkte bekannt vorkommen, lohnt sich eine Abklärung mit ein paar einfachen Kraft- und Gehtests.

Mehr dazu: Muskelschwäche im Alter – selbst einschätzen

Reicht Spazieren, um Stürze zu vermeiden?

Nein. Gehen ist gesund, aber es fordert das Gleichgewicht zu wenig; für reine Gehprogramme ist die Sturzwirkung unklar.

Entscheidend ist die Art des Trainings: Wirksam ist Gleichgewichtstraining, das Sie wirklich an Ihre Grenze bringt – kombiniert mit Kraft. Ein Programm sollte mindestens dreimal pro Woche laufen, über mindestens zwölf Wochen, und schrittweise schwerer werden.

Mehr dazu: Stürze vermeiden – warum Spazieren nicht reicht

Was heisst «Frailty» – und lässt sie sich rückgängig machen?

Frailty heisst: die Reserven sind knapp geworden. Nicht ein einzelnes Organ ist krank, sondern mehrere Systeme haben gleichzeitig ihren Puffer verloren – deshalb wirft eine Grippe die eine Person aus der Bahn und die andere nicht.

Und ja, es ist keine Einbahnstrasse: Aus der Vorstufe kehrt ohne jede Behandlung fast jede vierte Person in vier Jahren wieder zur vollen Belastbarkeit zurück. Ist die Frailty erst ausgeprägt, gelingt das nur noch rund 3 Prozent. Die Vorstufe ist deshalb das eigentliche Zeitfenster.

Mehr dazu: Frailty – keine Einbahnstrasse

Nach Verletzung, Operation und Spital

Wie lange dauert es nach einer Knieprothese, bis ich wieder zurechtkomme?

Rechnen Sie mit einem Jahr, nicht mit sechs Wochen. Die grössten Fortschritte fallen in die ersten drei bis sechs Monate; danach geht es langsamer weiter, aber es geht weiter.

Wichtig zu wissen: Die Operation löst das Schmerzproblem, nicht das Kraftproblem. Die gemessene Leistung beim Treppensteigen, Gehen und Aufstehen verbessert sich in den Studien kaum von selbst – genau dort setzt die Physiotherapie an.

Und das Knien bleibt schwierig: Nach einem Jahr können es gut ein Drittel der Operierten, nach drei Jahren knapp die Hälfte.

Mehr dazu: Physiotherapie nach Knieprothese – ein realistischer Zeitplan

Wann darf ich nach einem Riss der Oberschenkelrückseite wieder Sport machen?

Nach Kriterien, nicht nach Kalender. Der Schmerz verschwindet lange, bevor der Muskel belastbar ist – genau deshalb ist diese Verletzung so berüchtigt: Im Spitzensport verletzt sich bis zu jede vierte Person innerhalb eines Jahres erneut, meist an derselben Stelle und in den ersten zwei Monaten nach der Rückkehr.

Die Kriterien: kein Druckschmerz, Kraft und Beweglichkeit bei mindestens 95 Prozent der gesunden Seite, mehrfach schmerzfrei nahe Höchstgeschwindigkeit gelaufen – und kein Zögern beim Antritt.

Mehr dazu: Wenn die Oberschenkelrückseite reisst – wann sind Sie bereit?

Warum bin ich nach dem Spitalaufenthalt schwächer als vorher?

Weil mehreres zusammenkommt. Die akute Krankheit selbst löst eine Entzündungs- und Stressreaktion aus, bei der Muskeleiweiss schneller abgebaut wird und viele Erkrankte weniger essen. Dazu kommt das Liegen: Zehn Tage Bettruhe kosten selbst gesunde 67-Jährige knapp ein Kilogramm Beinmuskel und rund ein Sechstel ihrer Kniestreckkraft – und im Spital verbringen Erwachsene 87 bis 100 Prozent der Zeit sitzend oder liegend.

Rund ein Drittel der älteren Menschen verlässt das Spital weniger selbstständig als vorher, auch wenn die Krankheit selbst erfolgreich behandelt wurde.

Wenig Bewegung geht mit mehr Funktionsverlust einher: In einer Beobachtungsstudie verloren Menschen, die im Spital weniger als 900 Schritte pro Tag gingen – etwa zehn Minuten –, deutlich häufiger Alltagsfähigkeiten. Ein Zielwert ist diese Zahl nicht.

Mehr dazu: Schwächer aus dem Spital – warum das passiert

Wie viel Muskel verliere ich in einer Woche im Bett, und wie lange dauert der Aufbau?

Gesunde junge Männer verloren in sieben Tagen strenger Bettruhe rund 3 Prozent Oberschenkelquerschnitt, 7 Prozent Beinkraft und 1,4 Kilogramm fettfreie Masse. Mit 67 Jahren kosteten zehn Tage im Bett rund ein Kilogramm Beinmuskel und 13 Prozent der Kniestreckkraft. Auch ohne Bett: Zwei Wochen mit 1’400 statt 6’000 Schritten pro Tag kosteten 72-Jährige 4 Prozent ihrer Beinmasse. Bei schwerer Krankheit geht es schneller, auf der Intensivstation 18 Prozent Oberschenkelmuskel in zehn Tagen. Selbst Astronautinnen und Astronauten verloren in sechs Monaten 13 Prozent Wadenmuskel, trotz Training an Bord.

Der Rückweg dauert ein Mehrfaches. Als Faustzahl holen rund fünf Tage Training zurück, was ein Tag im Bett gekostet hat. Nach zwei Wochen Ruhigstellung hatten ältere Männer mit vier Wochen Krafttraining die Kraft zurück, die Muskelmasse und die Schnellkraft nur zum Teil. Mit dem Alltag allein fehlten 67-Jährigen eine Woche nach vier Tagen Ruhigstellung noch 8 Prozent der Kraft; junge Männer hatten alles zurück.

Mehr dazu: Muskelverlust in Tagen, Aufbau in Wochen

Wann muss ich nach einem Schlag auf den Kopf sofort zum Arzt?

Bei diesen Warnzeichen geht es sofort in den Notfall: starke oder zunehmende Kopfschmerzen, wiederholtes Erbrechen, ein Krampfanfall, Doppelbilder, zunehmende Verwirrtheit, Schwäche oder Kribbeln in Armen oder Beinen, starke Nackenschmerzen nach dem Unfall.

Eine Gehirnerschütterung ist in erster Linie eine Funktionsstörung. Sie können eine haben, ohne bewusstlos gewesen zu sein – und bei der unkomplizierten Form sind Computertomografie und MRT normalerweise unauffällig. Das ist erwartet und kein Widerspruch zu Ihren Beschwerden.

Mehr dazu: Gehirnerschütterung verstehen – die Warnzeichen

Muss ich nach einer Gehirnerschütterung im dunklen Zimmer bleiben?

Nein, strenge Ruhe im dunklen Zimmer ist überholt. Empfohlen sind 24 bis 48 Stunden relative Schonung – danach schrittweise mehr Bewegung und Alltag, auch wenn noch leichte Beschwerden da sind.

Frühe, dosierte Bewegung verkürzt die Erholung sogar: in der Zusammenfassung der Studien – überwiegend mit jüngeren Menschen nach sportbedingter Gehirnerschütterung – um durchschnittlich rund viereinhalb Tage.

Die Faustregel für die Dosis: Ihre Beschwerden dürfen während einer Aktivität um höchstens zwei Punkte auf einer Zehnerskala steigen und sollen sich innert einer Stunde wieder beruhigen.

Mehr dazu: Gehirnerschütterung verstehen – Bewegung ist Behandlung

Neurologische Erkrankungen

Darf ich mit MS Sport treiben, oder schadet mir Anstrengung?

Der alte Rat «schonen Sie sich» ist widerlegt. In 40 Studien mit 1780 Teilnehmenden, bei denen per Los entschieden wurde, wer trainiert, traten bei den Trainierenden nicht mehr Schübe und nicht mehr schwerwiegende Ereignisse auf.

Wenn es Ihnen nach dem Training kurz schlechter geht, ist das meistens die Wärme: Sechs bis acht von zehn Betroffenen reagieren empfindlich auf einen Anstieg der Körpertemperatur. Das ist eine vorübergehende Funktionsstörung, kein Schaden.

Deshalb: vorher kühlen, kalt trinken, morgens trainieren, in Abschnitten statt am Stück.

Mehr dazu: Multiple Sklerose – der lange Irrtum

Welche Bewegungsform hilft bei Parkinson am meisten?

Physiotherapie wirkt – das ist gut belegt: Eine Zusammenfassung von 191 Studien mit rund 8000 Menschen zeigt Verbesserungen bei den Bewegungszeichen, beim Gleichgewicht, beim Gehen und bei der Lebensqualität.

Welche Bewegungsart Sie wählen, ist dagegen überraschend zweitrangig: Eine Auswertung von 154 Studien fand zwischen Tanz, Gangtraining, Ausdauer, Kraft, Wassertherapie und Tai Chi kaum Unterschiede. Entscheidend ist, dass überhaupt trainiert wird – und dass Sie dabeibleiben.

Ein Grundsatz gilt dabei durchgehend: gross statt schnell.

Mehr dazu: Parkinson – was Physiotherapie bringt

Was tun, wenn die Füsse beim Gehen plötzlich am Boden kleben?

Bei solchen Blockaden hilft nicht mehr Kraft, sondern ein Trick: Gewicht bewusst auf ein Bein verlagern, auf der Stelle marschieren, über einen Fuss oder eine Bodenfuge steigen, zählen oder einen Takt hören.

Ziehen und Drängen macht es schlimmer – das gilt besonders für Angehörige, die helfen wollen.

Welcher Hinweisreiz wirkt, ist individuell. Man probiert sie in Ruhe durch und übt sie dort, wo das Einfrieren tatsächlich passiert.

Mehr dazu: Parkinson – wenn die Füsse am Boden kleben