Häufige Fragen
Häufige Fragen
Ein paar Antworten auf Fragen, die wir oft hören. Klicken Sie auf eine Frage, um die Antwort zu sehen.
Was ist Arthrose und was kann ich dagegen tun?
Arthrose betrifft nicht nur den Knorpel, sondern das ganze Gelenk. Internationale Fachleute – Ärzt:innen wie Physiotherapeut:innen – empfehlen als Grundbehandlung für alle Betroffenen eine Kombination aus Schulung, Übungstherapie und, bei einem BMI ≥ 25, Gewichtsreduktion.

Trainieren kann man fast überall – sogar im Büro 😉

Mehr Informationen:
- Rheumaliga Schweiz: Arthrose
- Häufigkeit in der Schweiz (Obsan)
- Leitlinien: NICE · OARSI · EULAR
Wir bieten das international erprobte Programm GLA:D – Gut leben mit Arthrose an. Mehr dazu.
Meniskusläsionen ohne akute Verletzung?
Menisken können nicht nur bei einem Unfall reissen – sie können auch schleichend Schaden nehmen. Bei solchen degenerativen Meniskusschäden ist oft eine aktive Therapie sinnvoll, bevor man an eine Operation denkt.
Sturzrisiko bei älteren Menschen
Das Sturzrisiko nimmt mit dem Alter zu – und es ist zusätzlich erhöht, wenn Gesundheitsprobleme zu vermindertem Gleichgewicht, Sehproblemen, Schwindel oder Kraftverlust führen. Auch verschiedene Medikamente können das Risiko erhöhen; lassen Sie sich dazu ärztlich beraten.
Gute Anlaufstellen:
- BFU – Stürze verhindern
- StoppSturz – Sturzprävention im Alter
- Kurze Sturzrisiko-Abklärung (Fragebogen, wie vom CDC empfohlen)
Wird ein erhöhtes Risiko festgestellt, sollte die Ursache abgeklärt werden – dazu gehören auch Gleichgewichts- und Krafttests (einfache Tests, ohne Geräte). Die Rheumaliga Schweiz bietet dazu eine Sturzprävention an.
Bin ich sturzgefährdet?
Beantworten Sie ein paar kurze Fragen, um Ihr Risiko einzuschätzen. Achtung: Das ist keine medizinische Diagnose – fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
So können Sie am Ende ein kurzes PDF herunterladen und die Resultate mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.
Ich habe Arthrose und bin wetterfühlig. Was sagt die Wissenschaft dazu?
Es gibt Hinweise, dass wetterabhängige Faktoren die Symptome verändern können – Temperaturschwankungen, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck werden in Studien genannt. Die Ergebnisse sind allerdings nicht einheitlich.
Einige Arbeiten dazu:
Training mit Geräten, freien Gewichten oder eigenem Körpergewicht?
Alle drei Wege haben Vor- und Nachteile.
Geräte sind gut dosierbar und – richtig eingestellt – sicher; sie eignen sich, wenn z. B. eine Kniebeuge (noch) nicht möglich ist. Ausserdem trainiert man oft in einem Zentrum, was die Motivation fördert.

Freie Gewichte (z. B. Hanteln) fordern die Koordination stärker – ein Vorteil, aber sie brauchen mehr Anleitung.
Eigenes Körpergewicht ist sehr sicher, überall und ohne Aufwand möglich; die Übungen richtig an das Ziel anzupassen braucht aber etwas Fachwissen.
Wir sind eine kleine Praxis ohne Kraftgeräte und überzeugt, dass Übungen ohne Geräte für die meisten viele Vorteile bringen. Wird ein Gerätetraining nötig, gibt es in Brig Kolleg:innen, die das anbieten.
Rückenschmerzen – was ist Cognitive Functional Therapy?
Cognitive Functional Therapy (CFT) ist ein moderner, wissenschaftlich fundierter Ansatz bei anhaltenden Schmerzen im Bewegungssystem. Grundidee: Schmerz ist komplex und wird nicht nur von körperlichen, sondern auch von gedanklichen und psychosozialen Faktoren beeinflusst.
Zentral ist eine sehr umfassende Untersuchung mit gutem Zuhören: Wie führen Sie Bewegungen aus? Wie deuten Sie Ihre Schmerzen, welche Überzeugungen und Ängste bestehen? Der kognitive Teil hilft, den Schmerz richtig einzuordnen; der funktionale Teil verändert ungünstige Bewegungs- und Verhaltensmuster.
CFT ist keine Wunderheilung – sie kommt dann zum Zug, wenn einfache Ansätze nicht geholfen haben.
Ein Einblick als Video steht auf unserer Seite Bewegung hilft (Einwilligung nötig, da YouTube).
Ich möchte für meine Gesundheit aktiv sein. Wie viel soll ich machen?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist beim Umfang klar:

- 150–300 Minuten pro Woche mit moderater Intensität oder 75–150 Minuten mit hoher Intensität.
- Zusätzlich an mindestens zwei Tagen Krafttraining für alle wichtigen Muskelgruppen.
- Ab 65 Jahren an drei Tagen zusätzlich Gleichgewicht, Koordination und Kraft.
Faustregel zur Intensität: moderat = Sie könnten noch ganze Sätze reden und knapp ein Lied singen; hoch = Reden ja, Singen nein (im Intervall auch: ganze Sätze fallen schwer).
Am wichtigsten: Finden Sie eine Aktivität, die Freude macht – nur regelmässige Bewegung nützt. Tanzen ist zum Beispiel ausgezeichnet.

Roger sucht sich lieber hügeliges Gelände und achtet bergab auf Kontrolle, um die Gelenke zu schonen – oft auch mit Stöcken (Nordic Walking), das trainiert mehr Muskeln.

Wie intensiv soll ich trainieren, damit es gut für die Gesundheit ist?
Wir unterscheiden Ausdauer- und Krafttraining, da die Intensität unterschiedlich beurteilt wird.
Ausdauer: Die Intensität lässt sich in Zonen einteilen. Im 3-Zonen-Modell trennen zwei Schwellen die Bereiche – die erste und die zweite ventilatorische Schwelle (etwa erste/zweite Laktatschwelle).

- Erste Schwelle: Die Atmung wird etwas schneller; Reden geht noch gut, ein Lied ginge knapp. Darunter können Sie sehr lange trainieren.
- Zweite Schwelle: Ganze Sätze werden schwierig, das Laktat steigt steil. Hier hält man je nach Training nur Minuten bis rund eine Stunde durch.
Häufiger Fehler: zu viel im Bereich zwischen den Schwellen. Besser sind viele lange Einheiten an der ersten Schwelle und wenige harte an/über der zweiten.
Prozentangaben der maximalen Herzfrequenz stimmen im Mittel, für Einzelne aber oft nicht. Ideal ist, zumindest die erste Laktatschwelle zu bestimmen – ein einfacher, sicherer Laktat-Stufentest genügt (kleiner Blutstropfen vom Finger je Stufe).
Bei welcher Intensität verbrenne ich am meisten Fett?
Je schneller Sie trainieren, desto mehr Energie brauchen Sie – aber die Kohlenhydratspeicher leeren sich schnell und der Heisshunger meldet sich. Langsamer trainieren verbrennt zwar weniger Kalorien, dafür anteilig mehr Fett.
Am meisten Fett verbrennen Sie rund um die erste ventilatorische Schwelle – dieser Punkt heisst FatMax.

Diese Intensität lässt sich mit einem Laktat-Stufentest bestimmen (bei uns auf dem Velo-Ergometer oder zu Fuss, 180 CHF).
Einfacher Selbsttest: Auf dem Ergometer eine Leistung wählen, bei der Sie normal reden können; alle 4 Minuten um 20 Watt steigern und in den letzten 30 Sekunden laut einen Text vorlesen. Die erste Schwelle ist erreicht, wenn Sie schon nach wenigen Wörtern tiefer atmen müssen.
Was passiert im Körper bei Inaktivität und Aktivität?
Körperliche Inaktivität trägt zu Risikofaktoren wie Übergewicht, Insulinresistenz, ungünstigen Blutfetten, Entzündung und oxidativem Stress bei – und begünstigt so Gefäss- und Herz-Kreislauf-Probleme.
Bewegung wirkt in die Gegenrichtung: Sie verbessert die Gefäss- und Herzfunktion, senkt den Blutdruck, verbessert die Blutfette, verringert Insulinresistenz und Entzündung und fördert die Durchblutung der Muskulatur.
Was ist Sarkopenie und was kann ich dagegen tun?
Sarkopenie ist der fortschreitende Verlust von Muskelkraft, Muskelmasse und körperlicher Leistungsfähigkeit. Nach der aktuellen europäischen Definition (EWGSOP2) ist die verminderte Muskelkraft das wichtigste Kriterium; eine niedrige Muskelmasse oder -qualität bestätigt die Diagnose, und die körperliche Leistungsfähigkeit (etwa die Gehgeschwindigkeit) bestimmt den Schweregrad. Sie kann mit dem Alter auftreten (primär), aber auch Folge von Krankheit, Inaktivität oder Mangelernährung sein (sekundär). Sarkopenie erhöht das Risiko für Stürze, Gebrechlichkeit und den Verlust der Selbstständigkeit.
Die gute Nachricht: Man kann viel dagegen tun. Am wirksamsten ist Krafttraining mit ansteigendem Widerstand, ergänzt durch ausreichend Eiweiss und allgemeine Bewegung. Kraft – und vor allem die schnelle Kraft («Power») – lässt sich bis ins hohe Alter aufbauen.
Wir begleiten Sie dabei: siehe Kraft im Alter und Powertraining im Alter.