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Meniskusriss und Physiotherapie – Wissen

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Meniskusriss und Physiotherapie

Warum derselbe Befund zwei ganz verschiedene Behandlungen verlangt – konservativ, nach einer Teilentfernung und nach einer Naht

Ratgeber · Stand August 2026 · Lesezeit ca. 35 Minuten · alle DOI einzeln geprüft

1. Warum dieser Text?

Zwei Menschen bekommen am selben Tag denselben Befund: «Riss im Innenmeniskus». Die eine ist 24 und hat sich beim Fussball beim Drehen das Knie verdreht; seither blockiert es beim Strecken. Der andere ist 58, hat sich an nichts Bestimmtes erinnert und seit einem halben Jahr zunehmend Schmerzen an der Innenseite des Knies.

Auf dem Bild sieht beides ähnlich aus. Behandelt gehört es völlig verschieden. Beim jungen Knie geht es darum, den Meniskus zu retten – und dafür ist manchmal eine Operation der richtige Weg. Beim älteren Knie ist der Riss meist nicht die Ursache der Beschwerden, sondern ein Begleitzeichen der Abnutzung, und die Operation bringt nachweislich nichts.

Das ist die vielleicht am besten untersuchte Frage der ganzen Orthopädie. Es gibt Studien, in denen die eine Hälfte der Teilnehmenden eine echte Operation bekam und die andere Hälfte eine Scheinoperation – Narkose, Hautschnitte, Instrumente im Gelenk, aber nichts geschnitten [9]. Niemand wusste, wer was bekommen hatte, auch die Untersuchenden nicht. Solche Studien sind selten und aufwendig, und ihr Ergebnis ist deutlich.

Trotzdem gehört die Meniskusoperation weltweit zu den häufigsten orthopädischen Eingriffen überhaupt [24]. Zwischen dem, was die Studien zeigen, und dem, was geschieht, klafft eine Lücke.

Dieser Text erklärt, was der Meniskus tut, warum ein Riss auf dem Bild wenig über die Beschwerden aussagt, was die konservative – also nicht operative – Behandlung genau beinhaltet, wann eine Operation trotzdem der richtige Weg ist und wie die Nachbehandlung danach aussieht: nach einer Teilentfernung anders als nach einer Naht. Alle Aussagen sind belegt; die Zahlen in eckigen Klammern verweisen auf das Literaturverzeichnis am Ende.

Ein Hinweis vorweg: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung. Nach einer Operation gibt die operierende Klinik das Nachbehandlungsschema vor – es hängt davon ab, wo genau genäht wurde und wie die Naht hält. Was dort festgelegt wurde, geht allem hier Beschriebenen vor.

2. Was der Meniskus ist – und was er leistet

Im Knie treffen zwei Knochen aufeinander, die schlecht zueinander passen: Der Oberschenkelknochen endet in zwei runden Rollen, der Schienbeinkopf ist oben fast flach. Eine Kugel auf einem Teller. Die beiden Menisken – einer innen, einer aussen – sind halbmondförmige Scheiben aus Faserknorpel, die diesen Spalt ausfüllen. Sie sind im Querschnitt keilförmig: aussen dick, zur Gelenkmitte hin dünn auslaufend.

Daraus ergeben sich ihre Aufgaben [2], [3]:

  • Druck verteilen. Das ist die wichtigste. Der Meniskus vergrössert die Fläche, auf der sich die Last verteilt, ganz erheblich. Fällt er weg, trifft dieselbe Last auf viel weniger Knorpel – der Druck pro Quadratzentimeter steigt entsprechend.
  • Stossdämpfen. Das Gewebe gibt unter Last nach und federt.
  • Führen und stabilisieren. Der Meniskus wirkt wie ein Keil, der das Wegrutschen der Gelenkrollen bremst.
  • Schmieren und ernähren. Er verteilt die Gelenkflüssigkeit, aus der sich der Knorpel ernährt.

Damit der Keil hält, ist der Meniskus vorn und hinten am Schienbein verankert – diese Verankerungen heissen Wurzeln. Sie sind wie die Spanngurte eines Zelts: Reisst der Gurt, klappt das Ganze zusammen, auch wenn die Plane heil ist. Auf diesen Punkt kommen wir in Abschnitt 8.3 zurück, weil er in der Praxis oft übersehen wird.

2.1 Warum die Lage des Risses über alles entscheidet

Der Meniskus ist nur an seinem äusseren Rand durchblutet. Fachleute sprechen von drei Zonen [2]:

  • Rote Zone – das äussere Drittel, gut durchblutet. Ein Riss hier kann heilen, genäht oder auch von selbst.
  • Rot-weisse Zone – das mittlere Drittel, spärlich durchblutet. Heilung möglich, aber unsicher.
  • Weisse Zone – das innere Drittel, gar nicht durchblutet. Ein Riss hier heilt nicht. Er wird entweder in Ruhe gelassen oder das lose Stück wird entfernt.

Diese Landkarte erklärt fast alle Entscheidungen, die in den folgenden Abschnitten vorkommen. Ob genäht werden kann oder nicht, ob eine Naht Aussicht auf Erfolg hat, wie lange die Nachbehandlung dauert – all das hängt weniger davon ab, wie gross ein Riss ist, als davon, wo er liegt. Bei einem Riss im inneren Drittel gibt es nichts zu heilen; dort ist Geduld keine Strategie.

3. Zwei ganz verschiedene Risse

Ein Meniskusriss ist nicht eine Diagnose, sondern zwei. Sie haben denselben Namen, aber kaum etwas gemeinsam.

3.1 Der traumatische Riss

Ein gesundes Gewebe reisst durch eine ausreichende Gewalteinwirkung: Drehen auf dem belasteten Bein, tiefe Hocke mit Drehung, Zusammenprall. Das ist ein traumatischer Riss. Betroffen sind meist Menschen unter vierzig, oft im Sport. Typisch ist ein klarer Zeitpunkt – die Betroffenen wissen, in welcher Bewegung es geschah –, gefolgt von Schwellung innerhalb von Stunden bis zu einem Tag.

Die Rissformen tragen anschauliche Namen: Längsriss (in Faserrichtung, oft am äusseren Rand – der am besten heilbare), Korbhenkelriss (ein langer Längsriss, bei dem sich das abgelöste Stück wie der Henkel eines Korbes ins Gelenk umklappen kann), Radiärriss (quer zur Faserrichtung, unterbricht den Spannring) und Lappenriss (ein Zipfel, der sich einklemmen kann).

Hier ist der Erhalt des Meniskus das erklärte Ziel. Die europäische Fachgesellschaft ESSKA formuliert das in ihrem Konsensuspapier zu traumatischen Rissen ausdrücklich so: Der Erhalt hat Vorrang [29].

3.2 Der degenerative Riss

Ein Gewebe, das über Jahrzehnte an Wassergehalt und Elastizität verliert, kann auch ohne besonderes Ereignis einreissen. Das ist ein degenerativer Riss. Die ESSKA definiert ihn als Riss ohne bedeutsames Unfallereignis bei einer Person über 35 Jahren [8]. Typisch ist ein schleichender Beginn über Wochen und die häufigste Rissform ist der Horizontalriss – der Meniskus spaltet sich in eine obere und eine untere Hälfte auf, wie ein aufgeblättertes Buch.

Der entscheidende Punkt: Ein solcher Riss ist selten ein eigenständiges Ereignis. Er ist meist Teil einer beginnenden Arthrose des Kniegelenks – oft das erste sichtbare Zeichen davon. Mehr über diesen Zusammenhang steht in unserem Beitrag Arthrose.

3.3 Warum diese Unterscheidung alles verändert

Die beiden Risstypen verlangen unterschiedliche Fragen:

  • Beim traumatischen Riss lautet die Frage: Kann man diesen Meniskus retten – und wenn ja, wie?
  • Beim degenerativen Riss lautet sie: Verursacht dieser Riss überhaupt die Beschwerden?

Die zweite Frage klingt merkwürdig – der Riss ist doch da und das Knie tut doch weh. Der nächste Abschnitt zeigt, warum sie trotzdem berechtigt ist.

4. Was Bilder und Tests sagen – und was nicht

4.1 Risse bei Menschen ohne Beschwerden

Die grundlegende Untersuchung dazu stammt aus der Framingham-Studie in den USA. Fast tausend Personen zwischen 50 und 90 Jahren, aus der Bevölkerung gezogen und nicht wegen Knieproblemen ausgewählt, bekamen eine Kernspintomografie (MRT) des rechten Knies [4]. Das Ergebnis:

  • Ein Meniskusriss fand sich bei 19 Prozent der Frauen zwischen 50 und 59 – und bei 56 Prozent der Männer zwischen 70 und 90.
  • 61 Prozent aller Personen mit einem Riss im Bild hatten im Monat davor keinerlei Schmerzen, Beschwerden oder Steifigkeit im betroffenen Knie gehabt.
  • Bei Personen mit röntgenologisch sichtbarer Arthrose lag die Häufigkeit eines Risses bei 63 Prozent unter denen mit Knieschmerzen – und bei 60 Prozent unter denen ohne.

Diese letzte Zahl ist die aussagekräftigste. Ein Riss war bei Schmerzhaften fast genau so häufig wie bei Schmerzfreien. Ein Befund, der bei beiden Gruppen gleich oft vorkommt, kann den Unterschied zwischen ihnen nicht erklären.

Eine neuere Untersuchung mit modernen, hochauflösenden Geräten hat 230 Knie von 115 beschwerdefreien Erwachsenen untersucht, mittleres Alter 44 Jahre. In 97 Prozent der Knie fand sich mindestens eine Auffälligkeit; 30 Prozent hatten einen Meniskusriss, am häufigsten einen Horizontalriss (23 Prozent) [5]. Auch Korbhenkelrisse kamen vor – in Knien, die nicht wehtaten.

Das heisst nicht, dass Bilder wertlos wären. Es heisst: Ein Riss im Bild beweist nicht, dass er die Ursache der Beschwerden ist. Er muss zur Geschichte und zur Untersuchung passen.

4.2 Die Handgriffe in der Untersuchung

In der Untersuchung gibt es mehrere Handgriffe, die einen Meniskusriss aufspüren sollen – McMurray (Beugen und Drehen des Knies), Druckschmerz auf dem Gelenkspalt, der Thessaly-Test (Drehen auf dem leicht gebeugten Standbein). Zwei Begriffe helfen beim Verständnis der Zahlen dazu: Sensitivität heisst, wie viele der tatsächlich Betroffenen ein Test findet; Spezifität, wie zuverlässig er Gesunde als gesund erkennt.

Eine Zusammenfassung von neun Studien mit 1234 Personen ergab: McMurray hat eine Sensitivität von 61 Prozent und eine Spezifität von 84 Prozent, der Druckschmerz am Gelenkspalt 83 und 83 Prozent, der Thessaly-Test 75 und 87 Prozent – bei durchgehend schwacher methodischer Qualität der Studien [6]. Eine grosse niederländische Untersuchung an 593 Personen, bei denen anschliessend gespiegelt wurde, fand für den Thessaly-Test noch schlechtere Werte: Sensitivität 64 Prozent, Spezifität 53 Prozent. Die Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren: Der Test ist zur Klärung der Frage «Riss oder nicht?» nicht brauchbar [7].

Wir machen diese Tests trotzdem – aber nicht, um einen Riss zu beweisen. Sie zeigen, welche Bewegungen und welche Belastungen Beschwerden auslösen, und genau das brauchen wir für die Behandlung. Die Diagnose «Meniskusriss» stellt keiner dieser Handgriffe.

4.3 Wann ein Bild nötig ist

Die ESSKA hält für den degenerativen Riss fest: Ein MRT ist in der ersten Abklärung typischerweise nicht angezeigt. Ein gewöhnliches Röntgenbild sei sinnvoll – nicht um den Meniskus zu sehen (dafür taugt es nicht), sondern um eine Arthrose zu erkennen oder seltene andere Ursachen wie einen Bruch oder einen Tumor auszuschliessen [8]. Beim traumatischen Riss empfiehlt die ESSKA ein MRT dann, wenn ohnehin über eine Operation nachgedacht wird, um Begleitschäden mitzuerfassen [29].

Praktisch heisst das: Wenn Ihr Knie ohne Unfall über Wochen zunehmend wehtut, ist ein MRT am Anfang meist verzichtbar. Wenn es sich bei einem klaren Ereignis verdreht hat, blockiert oder instabil ist, ist es sinnvoll.

5. Der degenerative Riss: die klarste Studienlage der Orthopädie

Zu keiner anderen orthopädischen Operation gibt es so viele hochwertige Studien wie zur arthroskopischen Teilmeniskektomie – der Entfernung des gerissenen Meniskusanteils durch eine Gelenkspiegelung. Wir gehen sie der Reihe nach durch, weil das Bild erst im Zusammenhang überzeugt.

5.1 Operation gegen Scheinoperation

Die finnische FIDELITY-Studie hat 146 Erwachsene zwischen 35 und 65 Jahren untersucht, alle mit Beschwerden und einem im MRT und in der Spiegelung bestätigten degenerativen Riss des Innenmeniskus, aber ohne Zeichen einer Arthrose [9]. Nach dem Zufallsprinzip erhielt die eine Hälfte die echte Teilentfernung, die andere eine Scheinoperation: dieselbe Vorbereitung, dieselben Hautschnitte, dieselben Geräusche und Bewegungen im Operationssaal, dieselbe Zeit – nur wurde nichts entfernt. Weder die Operierten noch die späteren Untersuchenden wussten, wer zu welcher Gruppe gehörte.

Nach zwölf Monaten war zwischen den Gruppen kein bedeutsamer Unterschied zu finden – weder bei den Beschwerden noch bei der Funktion. Nach zwei Jahren ebenso wenig [10]. Beide Gruppen ging es deutlich besser als vorher. Nur lag das offensichtlich nicht am Entfernen des Meniskusstücks.

Nach fünf Jahren wurde noch einmal nachgeschaut, diesmal auch mit Röntgen und MRT. Bei den Beschwerden blieb es beim Gleichstand. Bei den Gelenkstrukturen zeigte sich ein Unterschied zuungunsten der Operierten: Sie hatten etwas häufiger eine Zunahme der röntgenologischen Arthrosezeichen [11], und im MRT war die Neubildung von Knochenanbauten (Osteophyten – knöcherne Randzacken, ein Arthrosezeichen) fast dreimal so häufig [26]. Das sind Bildbefunde, keine Beschwerden, und die Zahlen sind klein. Aber sie zeigen in dieselbe Richtung: Der Eingriff hilft nicht und schadet dem Gelenk eher.

5.2 Operation gegen Training

Die zweite Frage ist praktischer: Wenn die Operation nicht besser ist als gar nichts – ist sie besser als Physiotherapie? Vier grosse Studien haben das geprüft.

METEOR (USA, 351 Personen ab 45 Jahren mit Meniskusriss und Arthrose) verglich Operation plus Physiotherapie mit Physiotherapie allein. Nach sechs Monaten war kein bedeutsamer Unterschied in der Funktion messbar [12]. Ungefähr 30 Prozent der Physiotherapie-Gruppe entschieden sich im Verlauf doch für eine Operation. Nach fünf Jahren waren die Schmerzwerte beider Gruppen praktisch gleich: von rund 46 Punkten zu Beginn auf rund 18 nach zwei Jahren, danach stabil. 7,1 Prozent aller Teilnehmenden bekamen innerhalb von fünf Jahren eine Knieprothese – rechnet man nach der tatsächlich erhaltenen Behandlung, war das Risiko dafür in der operierten Gruppe erhöht [13].

Kise (Norwegen, 140 Personen, Durchschnittsalter knapp 50, 96 Prozent ohne eindeutige Arthrose im Röntgen) verglich zwölf Wochen angeleitetes Training mit der Operation – jeweils allein, nicht kombiniert. Der Unterschied nach zwei Jahren betrug 0,9 Punkte auf einer Skala von 100 (Vertrauensbereich −4,3 bis 6,1) und ist damit ohne Bedeutung. Nach drei Monaten hatte die Trainingsgruppe die stärkere Oberschenkelmuskulatur. 19 Prozent der Trainingsgruppe liessen sich im Verlauf doch operieren – ohne zusätzlichen Gewinn [14].

ESCAPE (Niederlande, 321 Personen zwischen 45 und 70) verglich die Operation mit 16 Sitzungen Physiotherapie. Diese Studie prüfte auf Nichtunterlegenheit – die Frage war also nicht «Ist Physiotherapie besser?», sondern «Ist sie nicht wesentlich schlechter?». Sie war nicht schlechter, weder nach zwei [15] noch nach fünf Jahren. Nach fünf Jahren hatten sich beide Gruppen deutlich verbessert (29,6 gegenüber 25,1 Punkten), der Unterschied lag weit innerhalb der vorher festgelegten Grenze, und die Arthrose schritt in beiden Gruppen gleich schnell fort. Die Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren: Physiotherapie sollte die bevorzugte Behandlung sein [16].

Eine Übersicht über neun Studien fasste die Wirkung der Operation auf den Schmerz in eine anschauliche Zahl: Sie entspricht 2,4 Millimetern auf einer 100 Millimeter langen Schmerzskala – ein Vorteil, den man mit dem Lineal messen muss und der nach ein bis zwei Jahren ganz verschwindet [18]. Die Cochrane-Zusammenfassung von 2022 kommt für den Vergleich mit der Scheinoperation zum selben Schluss, mit hoher Vertrauenswürdigkeit der Belege: kein oder kaum ein Unterschied bei Schmerz und Funktion [19].

5.3 Und bei jüngeren Menschen?

Alle bisher genannten Studien betrafen Menschen ab 35 oder 45 Jahren. Die dänische DREAM-Studie hat die Frage erstmals bei jungen Erwachsenen gestellt: 121 Personen zwischen 18 und 40 Jahren mit einem im MRT bestätigten Meniskusriss, für den eine Operation vorgesehen war. Verglichen wurde die frühe Operation (Teilentfernung oder Naht) mit zwölf Wochen angeleitetem Training und Schulung – mit der Möglichkeit, später doch zu operieren [17].

Nach einem Jahr war die frühe Operation nicht überlegen (Unterschied 5,4 Punkte, Vertrauensbereich −0,7 bis 11,4). Beide Gruppen verbesserten sich bedeutsam. Etwa jede vierte Person aus der Trainingsgruppe liess sich im Lauf des Jahres doch operieren.

Vorsicht bei der Auslegung: Diese Studie sagt nicht, dass junge Menschen mit Meniskusriss nie operiert werden sollen. Sie sagt, dass es bei den meisten vertretbar ist, mit Training zu beginnen und die Operation offen zu halten – und dass die Zeit dabei nicht verloren geht. Blockierte Knie und bestimmte Rissformen sind davon ausgenommen (Abschnitt 8).

5.4 «Aber mein Knie blockiert doch»

Der häufigste Einwand gegen all diese Studien lautet: Das mag für dumpfe Schmerzen gelten, aber wenn das Knie hakt oder blockiert, muss das lose Stück doch weg.

Auch das wurde untersucht, an denselben FIDELITY-Teilnehmenden. Vor der Operation berichteten 46 Prozent der später echt Operierten und 49 Prozent der Scheinoperierten über Hängenbleiben oder gelegentliches Blockieren. Bei den Nachkontrollen waren es 49 beziehungsweise 43 Prozent – kein Unterschied zwischen den Gruppen. Auch bei denen, die schon vorher solche Beschwerden hatten, brachte die Entfernung des Meniskusstücks nichts [23].

Die Erklärung ist unbequem, aber naheliegend: Was Menschen als «Hängenbleiben» beschreiben, kommt meist gar nicht vom Meniskus. Ein Knie, das kurz stockt, weil der Oberschenkelmuskel ihm nicht traut, fühlt sich ganz ähnlich an.

Davon klar zu unterscheiden ist die echte Blockade – wenn sich das Knie mechanisch nicht mehr strecken lässt, weil etwas dazwischen liegt. Das ist etwas anderes und gehört zügig abgeklärt (Abschnitt 8.1).

5.5 Was die Fachgesellschaften daraus gemacht haben

  • ESSKA (Europa, 2016): Die Teilmeniskektomie soll nicht als Erstbehandlung eines degenerativen Risses angeboten werden. Sie kommt erst nach sorgfältiger Abklärung und dann in Frage, wenn die nicht operative Behandlung nicht ausreichend gewirkt hat [8].
  • BMJ-Leitlinienpanel (international, 2017): starke Empfehlung gegen die Gelenkspiegelung bei praktisch allen Menschen mit degenerativer Kniegelenkserkrankung [20].
  • Britische Fachgesellschaft BASK (2019): Gleiches Bild, mit dem Zusatz, dass vor jeder Meniskusoperation eine nicht operative Behandlung stattgefunden haben soll [21].
  • Schweiz: Die Top-5-Liste der Orthopädie und Traumatologie im Programm «smarter medicine» führt an erster Stelle auf: kein arthroskopisches Débridement als Erstbehandlung bei Kniearthrose. Konservative Behandlung – medikamentös oder physiotherapeutisch – sei erste Wahl; die Spiegelung könne helfen, wenn das Leitsymptom eine echte Blockade durch einen Meniskuslappen oder einen freien Gelenkkörper ist [22].

Vier unabhängige Gremien, dieselbe Aussage. Das ist in der Medizin nicht selbstverständlich.

6. Warum Wegschneiden nicht harmlos ist

Gegen eine wirkungslose Behandlung liesse sich einwenden: Sie schadet ja auch nicht. Bei der Meniskusteilentfernung stimmt das nicht ganz.

6.1 Die kurzfristigen Risiken

Eine Auswertung sämtlicher Eingriffe in England über zwanzig Jahre – knapp 700 000 auswertbare Operationen – fand innerhalb von 90 Tagen bei 0,317 Prozent eine schwerwiegende Komplikation. Darunter 546 Lungenembolien (0,078 Prozent) und 944 Infektionen, die eine weitere Operation nötig machten (0,135 Prozent) [24].

Das sind kleine Zahlen, und die Autorinnen und Autoren betonen das auch. Sie rechnen die Sache aber noch anders herum: Auf je 1390 nicht durchgeführte Spiegelungen käme eine verhinderte Lungenembolie, auf je 749 eine verhinderte Gelenkinfektion. Bei einem Eingriff, der millionenfach gemacht wird, ergibt das eine erhebliche absolute Zahl vermeidbarer Schäden – vermeidbar deshalb, weil der Eingriff bei degenerativen Rissen nichts bringt. Eine ältere Übersicht kam zusätzlich auf gut vier symptomatische Beinvenenthrombosen je 1000 Eingriffe [18].

6.2 Die langfristige Frage

Wichtiger als die seltenen Sofortkomplikationen ist, was mit dem Gelenk danach geschieht. Der Meniskus verteilt Druck; wer ein Stück davon entfernt, verkleinert die tragende Fläche dauerhaft.

In einer amerikanischen Langzeitbeobachtung von Menschen mit Kniearthrose war die Wahrscheinlichkeit, später eine Knieprothese zu erhalten, nach einer Meniskusteilentfernung rund dreimal so hoch wie bei vergleichbaren Personen ohne diesen Eingriff (18,8 gegenüber 11,1 Prozent) [25].

Solche Beobachtungsstudien haben eine bekannte Schwäche: Wer operiert wird, hat vermutlich ohnehin das schlechtere Knie. Der Vergleich zeigt also nicht sicher, was die Operation anrichtet. Zusammen mit den Bildbefunden aus der Scheinoperationsstudie [11], [26] ergibt sich aber ein einheitliches Bild – und jedenfalls kein Hinweis darauf, dass die Teilentfernung das Gelenk schützt.

Der praktische Schluss: Meniskusgewebe ist nicht ersetzbar. Was entfernt ist, bleibt entfernt. Deshalb lohnt sich Zurückhaltung – und deshalb ist die Naht, wo sie möglich ist, der Teilentfernung vorzuziehen (Abschnitt 9).

7. Konservative Behandlung: was dabei genau geschieht

«Konservativ» klingt nach Abwarten. Das Gegenteil ist gemeint. Die Programme, die in den Studien so gut abgeschnitten haben, waren fordernd: bei Kise zwölf Wochen mit zwei bis drei angeleiteten Einheiten pro Woche [14], bei ESCAPE 16 Sitzungen [15], bei DREAM zwölf Wochen Training und Schulung [17]. Kein einziges dieser Programme bestand aus Massage und Wärme.

7.1 Die ersten Wochen: den Reizzustand senken

Wenn das Knie geschwollen und warm ist, lässt es sich schlecht kräftigen – die Schwellung hemmt den Oberschenkelmuskel, das Gelenk lässt sich nicht voll strecken. Deshalb steht zu Beginn:

  • Die Belastung anpassen, nicht einstellen. Weniger von dem, was das Knie reizt (tiefe Hocke, Drehen unter Last, lange Treppenabgänge), aber weiterhin gehen und bewegen.
  • Die volle Streckung sichern. Ein Knie, das sich nicht ganz strecken lässt, verändert das Gehen und belastet die Gegenseite. Das ist von Beginn an ein Thema.
  • Den Oberschenkel «anschalten». Bewusstes Anspannen des Streckmuskels bei gestrecktem Bein, mehrmals täglich. Das ist noch kein Krafttraining, sondern das Wiederherstellen der Ansteuerung.
  • Kühlen, wenn es guttut. Gegen den Reizzustand, nicht als Behandlung des Risses.

Diese Phase dauert selten länger als zwei bis drei Wochen. Wer nach vier Wochen immer noch nur kühlt und schont, ist stecken geblieben.

7.2 Kraft ist der Kern

Der Meniskus lässt sich nicht trainieren – er ist Gewebe ohne Muskelanteil. Trainiert wird alles, was ihn entlastet: der Oberschenkelstrecker vorne (Quadrizeps), die Beugemuskeln hinten, die Gesäss- und Hüftmuskulatur und die Wadenmuskulatur. Ein Knie, dessen Muskulatur die Last abfängt, überträgt weniger davon auf den Gelenkknorpel.

Dass das messbar wirkt, zeigt die norwegische Studie besonders schön: Nach drei Monaten hatte die Trainingsgruppe deutlich mehr Oberschenkelkraft und schnitt in Leistungstests besser ab als die operierte Gruppe [14], [28]. Beim Schmerz war es unentschieden – bei der Kraft nicht.

Ein brauchbarer Rahmen für die Dosierung:

  • Zwei bis drei Einheiten pro Woche, über mindestens drei Monate. Rechnen Sie mit einem Quartal, nicht mit zwei Wochen.
  • Widerstand so wählen, dass 8 bis 12 saubere Wiederholungen möglich sind – eine Wiederholung ist eine vollständige Bewegung hin und zurück, etwa einmal aufstehen und wieder absitzen. Am Ende soll das Gefühl bleiben, dass noch zwei bis vier weitere gegangen wären. Schaffen Sie plötzlich problemlos 15, wird das Gewicht erhöht.
  • Steigern ist der Wirkstoff. Ein Programm, das seit einem halben Jahr unverändert läuft, hält den Zustand – es verbessert ihn nicht mehr.
  • Beide Beine trainieren, nicht nur das betroffene.

Wie Krafttraining aufgebaut wird und was dabei wirklich zählt, steht ausführlich in unserem Beitrag Krafttraining.

7.3 Bewegungsmuster und Gleichgewicht

Neben der reinen Kraft geht es um die Art, wie das Bein die Last aufnimmt. Viele Menschen mit Knieproblemen lassen beim Aufstehen, beim Treppensteigen oder beim Landen das Knie nach innen fallen und verlagern das Gewicht auf das andere Bein – oft, ohne es zu merken. Diese Gewohnheit bleibt bestehen, auch wenn der Schmerz nachlässt.

Trainiert wird das mit einbeinigen Übungen, Gleichgewichtsaufgaben, kontrollierten Landungen und Bewegungen mit Drehanteil – jeweils in einer Schwierigkeit, die noch sauber gelingt. Das ist der zweite Baustein der Programme aus den Studien und in der Physiotherapie-Leitlinie zu Meniskus- und Knorpelschäden ausdrücklich vorgesehen [1].

7.4 Wie viel Schmerz darf beim Üben sein?

Ein bewährtes Vorgehen bei Gelenkbeschwerden: Schmerz während der Übung bis etwa 5 von 10 zulassen, sofern er sich innerhalb von 24 Stunden wieder auf das gewohnte Niveau beruhigt. Bleibt das Knie am nächsten Tag dicker und deutlich unbeweglicher als vorher, war die Belastung zu hoch.

Das ist eine Orientierung, kein Naturgesetz – besprechen Sie es mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten. Wichtig ist vor allem, was es nicht heisst: «je mehr Schmerz, desto besser» stimmt nicht.

7.5 Woran Sie merken, ob es wirkt

Der Schmerz ist ein schlechter Frühindikator – er schwankt. Aussagekräftiger sind Dinge, die sich zählen lassen:

  • Wie oft können Sie in 30 Sekunden vom Stuhl aufstehen?
  • Wie viele Treppenstufen gehen Sie am Stück, ohne das Geländer zu brauchen?
  • Wie lange stehen Sie sicher auf dem betroffenen Bein?
  • Wie weit gehen Sie, bevor das Knie sich meldet?

Diese Werte werden zu Beginn gemessen und nach vier bis sechs Wochen erneut. Verbessern sie sich, ist das Programm richtig – auch wenn der Schmerz noch da ist. Verbessert sich nach acht bis zwölf Wochen regelmässigen Trainings nichts, gehört die Situation neu beurteilt. Genau das ist der Zeitpunkt, an dem die Leitlinien die Frage nach einer Operation überhaupt erst zulassen [8].

8. Wann eine Operation trotzdem sinnvoll ist

Aus den Studien folgt nicht, dass Meniskusoperationen überflüssig wären. Es folgt, dass sie beim häufigsten Fall – dem degenerativen Riss beim Menschen über 40 – nicht helfen. Es gibt Situationen, in denen sie richtig ist.

8.1 Die echte Blockade

Wenn ein abgerissenes Stück Meniskus – klassischerweise ein umgeklappter Korbhenkel – im Gelenk eingeklemmt ist, lässt sich das Knie mechanisch nicht mehr vollständig strecken. Nicht «es tut weh beim Strecken», sondern: Es geht nicht, auch nicht, wenn jemand behutsam nachhilft. Das ist ein Fall für die zügige orthopädische Abklärung; hier wird operiert, und zwar möglichst so, dass der Korbhenkel wieder angenäht statt entfernt wird [29]. Auch die Schweizer Top-5-Liste nennt diese Ausnahme ausdrücklich [22].

Der Unterschied zum «Hakeln» aus Abschnitt 5.4 ist wichtig: Dort geht es um ein Gefühl, hier um eine feststellbare Bewegungssperre.

8.2 Der traumatische Riss beim jungen, aktiven Menschen

Ein Längsriss am durchbluteten äusseren Rand bei einem 25-jährigen Knie hat gute Heilungschancen – wenn er genäht wird. Diese Chance verfällt mit der Zeit; ein alter, zerfaserter Riss lässt sich nicht mehr sinnvoll adaptieren. Die ESSKA hält den Meniskuserhalt hier für das oberste Ziel und empfiehlt bei nähbaren traumatischen Rissen die Naht [29]. Dass die wissenschaftliche Grundlage dafür dünner ist als bei den degenerativen Rissen, sagt dasselbe Papier offen: Von 27 Fragen konnte nur eine mit hoher wissenschaftlicher Sicherheit beantwortet werden.

Die DREAM-Studie relativiert das etwas: Auch bei jungen Erwachsenen war die frühe Operation im Schnitt nicht besser als Training mit der Option, später zu operieren [17]. Beides zusammen ergibt eine vernünftige Haltung: keine Eile bei unklaren Fällen, aber keine Verzögerung, wenn ein gut nähbarer Riss vorliegt.

8.3 Der Wurzelriss – der Sonderfall, der oft übersehen wird

Reisst die Verankerung des Meniskus am Schienbein ab (die «Wurzel»), verliert der Meniskus seine Vorspannung und rutscht unter Last seitlich aus dem Gelenk heraus. Fachleute nennen das Extrusion. Der Meniskus ist dann zwar noch da, aber funktionslos – biomechanisch entspricht das ungefähr seiner vollständigen Entfernung [30].

Das ist der Grund, warum dieser Riss so ernst zu nehmen ist. Eine Nachuntersuchung über mindestens fünf Jahre verglich bei hinteren Wurzelrissen des Innenmeniskus die Teilentfernung (20 Personen) mit der Wiederbefestigung (37 Personen). Beide Gruppen verbesserten sich zunächst, aber die Wiederbefestigten hatten am Ende die besseren Werte, weniger Fortschreiten der Arthrose und weniger Verschmälerung des Gelenkspalts. Der eindrücklichste Unterschied: 35 Prozent der Teilentfernten hatten nach fünf Jahren eine Knieprothese – in der Nahtgruppe niemand [31].

Die Studie ist klein und nicht randomisiert; die beiden Gruppen könnten sich von Anfang an unterschieden haben. Aber die Richtung passt zur Biomechanik. Ein Wurzelriss gehört zeitnah in orthopädische Beurteilung. Er tritt oft ohne grosses Ereignis auf – manchmal reicht das Aufstehen aus der Hocke –, macht einen plötzlichen, stechenden Schmerz an der Knieinnenseite hinten und wird leicht als «Muskelzerrung» abgetan.

9. Naht oder Teilentfernung – der entscheidende Unterschied

Wenn operiert wird, gibt es im Wesentlichen zwei Wege:

  • Teilentfernung (Teilmeniskektomie): Das gerissene, lose Stück wird abgetragen. Der Eingriff ist kurz, die Belastung danach frei, die Beschwerden bessern sich rasch. Preis: dauerhaft weniger Meniskus.
  • Naht (Meniskusrefixation): Die Rissränder werden mit Fäden oder kleinen Ankern aneinandergelegt, damit sie zusammenwachsen. Der Meniskus bleibt erhalten. Preis: eine deutlich längere und strengere Nachbehandlung – und eine Naht kann versagen.

Was für die Naht spricht. Eine schwedische Registerauswertung verfolgte 2487 Personen zwischen 16 und 45 Jahren nach einem traumatischen Meniskusriss über bis zu 17 Jahre. Der Anteil, der wegen einer Kniearthrose ärztlich vorstellig wurde, betrug 17 Prozent nach Teilentfernung, 10 Prozent nach Naht und 2,3 Prozent in der Allgemeinbevölkerung [27]. Die Naht schneidet also besser ab – aber auch nach einer Naht ist das Risiko noch mindestens doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Meniskusverletzung. Auch hier gilt der Vorbehalt: Genäht wird, was nähbar ist, und das sind tendenziell die günstigeren Risse.

Was gegen die Naht spricht. Sie hält nicht immer. Eine Zusammenfassung von 13 Studien mit mindestens fünf Jahren Nachbeobachtung fand eine Versagensrate von 23 Prozent – also knapp jede vierte Naht, gerechnet als erneute Operation oder anhaltende Beschwerden [32]. Bei Sportlerinnen und Sportlern lag sie in einer eigenen Übersicht bei 21 Prozent [35]. Versagt eine Naht, folgt meist doch die Teilentfernung.

Das ist die ehrliche Abwägung: rund jede vierte Naht hält nicht – und die drei, die halten, sparen einem Menschen Meniskusgewebe für die nächsten fünfzig Jahre. Welcher Weg im Einzelfall richtig ist, entscheidet die operierende Ärztin oder der Arzt anhand von Rissform, Lage, Alter und Gewebequalität. Als Patientin oder Patient dürfen Sie danach fragen – die Frage «Ist eine Naht bei mir möglich?» ist berechtigt und wird nicht immer von selbst beantwortet.

10. Nach der Teilentfernung: die Nachbehandlung

Nach einer Teilmeniskektomie ist nichts zu schützen – es wurde nichts zusammengefügt, das anwachsen müsste. Belastung und Beweglichkeit sind deshalb in der Regel von Beginn an frei, so wie die Beschwerden es zulassen. Genau deshalb wird der Eingriff oft als «klein» wahrgenommen.

Klein ist er in der Nachsorge trotzdem nicht. Das Knie war vor der Operation gereizt und der Oberschenkelmuskel entsprechend geschwächt; die Operation verstärkt das kurzfristig. Wer danach einfach in den Alltag zurückkehrt, nimmt das Kraftdefizit mit.

10.1 Was die Nachbehandlung bringt

Eine Zusammenfassung von 18 randomisierten Studien zur Physiotherapie nach Teilmeniskektomie zeigte: Angeleitete Therapie zusätzlich zu einem Heimprogramm verbesserte die Funktion deutlicher als ein Heimprogramm allein (Unterschied 10,3 Punkte, Vertrauensbereich 1,3 bis 19,3) und ebenso die Kniebeugefähigkeit (9,1 Grad, Vertrauensbereich 3,7 bis 14,5) [36]. Die Autorinnen und Autoren weisen selbst auf die begrenzte Qualität der Einzelstudien hin.

Nicht alle brauchen ein volles Programm. Wer vor der Operation gut zu Fuss war, jung ist und rasch wieder normal geht, kommt oft mit einer Instruktion und einem Heimprogramm aus. Wer schon vorher geschwächt war, älter ist oder körperlich arbeitet, profitiert von angeleiteter Therapie.

10.2 Ein üblicher Ablauf

  • Woche 0 bis 2: Schwellung senken, volle Streckung wiederherstellen, Oberschenkel bewusst anspannen, normales Gehen ohne Hinken. Gehstöcke nur, solange das Gangbild sonst nicht stimmt.
  • Woche 2 bis 6: Aufbau der Kraft mit steigendem Widerstand, einbeinige Übungen, Gleichgewicht, Fahrradfahren. Alltagsbelastungen zurück.
  • Woche 6 bis 12: schwerere Lasten, Sprung- und Landeübungen bei entsprechendem Ziel, sportartnahe Bewegungen. Rückkehr in den Sport nach Kriterien, nicht nach Datum (Abschnitt 12).

Die Rückkehr an einen Bürotisch ist meist nach wenigen Tagen bis zwei Wochen möglich, körperliche Arbeit braucht länger. Diese Angaben sind Erfahrungswerte und hängen stark vom Beruf ab.

11. Nach der Meniskusnaht: die Nachbehandlung

Hier ist alles anders. Es gibt eine Naht, die halten muss, und Gewebe, das zusammenwachsen soll. Das dauert Monate, nicht Wochen.

11.1 Belastung und Beugung: was die Studien sagen

Traditionell wurden Genähte lange entlastet – sechs Wochen an Stöcken, Beugung in einer Schiene begrenzt. Ob das nötig ist, wurde untersucht.

Eine Übersicht über 15 Studien mit 17 verschiedenen Nachbehandlungsschemata verglich «beschleunigte» Programme (frühe volle Belastung und freie Beweglichkeit) mit unterschiedlich stark eingeschränkten. Ergebnis: vergleichbare Erfolgsraten; frühe Beweglichkeit und frühe Belastung hatten keinen erkennbar nachteiligen Einfluss auf das Ergebnis [33]. Eine Nachuntersuchung von 157 Genähten über mindestens fünf Jahre fand ebenfalls keinen Unterschied in der Versagensrate zwischen sofortiger Belastung nach Beschwerden und traditioneller Entlastung – untersucht wurden dabei randnahe Längsrisse [34].

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens sind das rückblickende und zusammenfassende Arbeiten, keine randomisierten Studien. Zweitens – und wichtiger – gilt das für randnahe Längsrisse. Für Radiärrisse, Wurzelnähte und komplexe Rekonstruktionen gelten strengere Vorgaben, weil dort die Naht durch Beugung unter Last direkt auf Zug belastet wird.

Praktisch heisst das: Das Nachbehandlungsschema kommt aus dem Operationssaal, nicht aus einem Lehrbuch und auch nicht aus diesem Text. Fragen Sie nach, was für Ihren Riss gilt: Wie viel Belastung, wie viel Beugung, wie lange? Ein gutes Schema beantwortet alle drei Fragen mit Zahlen.

11.2 Was in jedem Fall geschützt wird

Über alle Schemata hinweg gibt es Bewegungen, die in den ersten Monaten vermieden werden, weil sie die Rissränder auseinanderziehen:

  • Tiefe Beugung unter Last – tiefe Kniebeuge, in die Hocke gehen, Fersensitz. Der hintere Meniskusanteil wird dabei zwischen den Knochen eingeklemmt und nach hinten gedrängt.
  • Drehen auf dem belasteten Bein – Umdrehen mit stehendem Fuss, Richtungswechsel.
  • Springen und Landen, bis die Freigabe erfolgt.

Diese drei Punkte gelten typischerweise für etwa drei bis vier Monate. Was in dieser Zeit sehr wohl geht: Kraftaufbau im erlaubten Bewegungsbereich, Fahrradfahren ohne tiefen Sattel, Gangschulung, Gleichgewicht, Oberkörper- und Gegenseitentraining. Schonung ist nicht das Programm – die Beschränkung betrifft bestimmte Bewegungsrichtungen, nicht das Training an sich.

11.3 Der übliche Verlauf in Phasen

Als groben Rahmen – Ihre Klinik kann davon abweichen, und das ist dann massgebend:

  • Woche 0 bis 6: Schutzphase. Belastung und Beugung nach Vorgabe, oft mit Schiene. Volle Streckung sichern, Oberschenkel ansteuern, Schwellung kontrollieren, Kraftarbeit im freigegebenen Bereich.
  • Woche 6 bis 12: Aufbauphase. Beweglichkeit vollständig freigeben, Belastung normalisieren, progressives Krafttraining, einbeinige Übungen, Gleichgewicht. Fahrrad und Schwimmen (kein Brustbeinschlag) sind meist möglich.
  • Monat 3 bis 5: Leistungsphase. Tiefere Beugung unter Last schrittweise dazu, Sprung- und Landeschulung, Tempowechsel, Richtungswechsel in aufsteigender Schwierigkeit.
  • Ab Monat 5: Rückkehr in den Sport – nach Kriterien (Abschnitt 12).

Die Zusammenfassung von 28 Studien mit 664 Personen nach isolierter Meniskusnaht nennt eine mittlere Rückkehr in den Sport zwischen 4,3 und 6,5 Monaten; 89 Prozent erreichten wieder ihr Niveau von vor der Verletzung [35]. Diese Zahlen sind ermutigend – sie stammen allerdings aus überwiegend jungen, sportlichen Gruppen.

11.4 Zwei Sonderfälle

Nach einer Wurzelnaht wird üblicherweise strenger vorgegangen: längere Teilentlastung, engere Begrenzung der Beugung, besonders konsequente Vermeidung tiefer Hocke. Der Grund ist mechanisch – genau in der tiefen Beugung zieht der Meniskus am reparierten Ansatz.

Zusammen mit einer Kreuzbandplastik genähte Menisken heilen erfahrungsgemäss besser als isoliert genähte, weil das Gelenk nach dem Eingriff mit Blut in Kontakt kommt und die Heilung angeregt wird. Die Nachbehandlung richtet sich dann nach dem Kreuzband, ergänzt um die Meniskusvorgaben – üblicherweise ist das Kreuzband der langsamere Teil.

12. Zurück in Beruf und Sport: Kriterien statt Kalender

Die Frage «Wann darf ich wieder?» wird gern mit einer Wochenzahl beantwortet. Das ist bequem und ungenau. Gewebe heilt nach Zeit, Belastbarkeit entsteht durch Training – und die beiden laufen nicht im selben Takt.

Sinnvoller sind Kriterien, die man prüfen kann. Üblich sind:

  • Keine Schwellung nach Belastung, kein Erguss.
  • Volle Streckung und für die Sportart ausreichende Beugung.
  • Kraft im Seitenvergleich mindestens 90 Prozent der gesunden Seite – gemessen, nicht geschätzt.
  • Sprungtests im Seitenvergleich mindestens 90 Prozent, bei Sportarten mit Sprüngen und Richtungswechseln.
  • Sicherheit bei sportartnahen Bewegungen in voller Geschwindigkeit.

Für die Auswahl solcher Tests nach Knieverletzungen gibt es inzwischen eine systematische Aufarbeitung ihrer Messgüte aus der internationalen OPTIKNEE-Arbeitsgruppe [38]. Wichtiger als die Wahl des einzelnen Tests ist, dass überhaupt gemessen wird – und dass derselbe Test vorher und nachher verwendet wird.

Dieselbe Arbeitsgruppe hat auch zusammengetragen, was nach einer Knieverletzung langfristig für das Gelenk zählt: Kraft und Belastbarkeit aufbauen, körperlich aktiv bleiben, das Körpergewicht im Blick behalten und den Verlauf über Jahre begleiten statt die Behandlung mit der Rückkehr in den Sport abzuschliessen [37]. Das ist die eigentliche Langzeitaufgabe nach einer Meniskusverletzung – wichtiger als die Frage, ob operiert wurde oder nicht.

Für den Beruf gilt dasselbe in einfacherer Form: Bürotätigkeit geht früh, Arbeit mit Knien, Leitern, Tragen und Hocken braucht die entsprechende Belastbarkeit. Sprechen Sie die konkreten Anforderungen Ihres Arbeitsplatzes in der Therapie an – sie lassen sich üben.

13. Wo, wie oft und wie lange die Therapie stattfindet

Eine feste Sitzungszahl gibt es in keiner Leitlinie. Was die Studien bieten, sind die Programme selbst: ESCAPE arbeitete mit 16 Sitzungen über etwa acht Wochen [15], die norwegische Studie mit zwei bis drei angeleiteten Einheiten pro Woche über zwölf Wochen [14], DREAM mit zwölf Wochen Training und Schulung [17].

In der Schweiz umfasst eine ärztliche Verordnung neun Sitzungen [39]. Für eine konservative Behandlung über drei Monate reichen ein bis zwei solche Verordnungen in aller Regel aus, wenn zwischen den Terminen selbstständig trainiert wird. Nach einer Meniskusnaht sind es meist mehr, weil die Phasen länger dauern und die Freigaben schrittweise erfolgen.

Der entscheidende Punkt ist ohnehin ein anderer: Was zwischen den Terminen geschieht, wirkt stärker als die Anzahl der Termine. Zwei angeleitete Sitzungen pro Woche ohne Heimprogramm sind weniger wert als eine Sitzung alle zwei Wochen plus konsequentes Üben zu Hause. Genau das zeigt auch die Übersicht zur Nachbehandlung nach Teilmeniskektomie: Am besten schnitt die Kombination aus angeleiteter Therapie und Heimprogramm ab [36].

14. Wenn es nicht rundläuft

Das Knie bleibt geschwollen. Ein Erguss, der nach jeder Einheit wiederkommt, ist ein Belastungssignal, kein Zufall. Meist stimmt die Dosierung nicht – seltener steckt ein anderes Problem dahinter. Melden Sie es; die Belastung wird angepasst, nicht das Training gestrichen.

Die Streckung fehlt weiterhin. Nach zwei bis drei Wochen sollte das Knie vollständig strecken. Bleibt eine Sperre bestehen, gehört das abgeklärt – bei einem umgeklappten Korbhenkel ist Warten die falsche Antwort.

Der Schmerz bleibt, obwohl die Kraft steigt. Das kommt vor. Häufig steckt eine beginnende Arthrose dahinter, deren Behandlung dieselbe Richtung hat, aber einen längeren Atem braucht – dazu unser Beitrag Arthrose. Manchmal liegt die Ursache auch gar nicht im Gelenk.

Die Angst vor der Bewegung. Wer befürchtet, dem Knie zu schaden, belastet weniger. Wer weniger belastet, wird schwächer. Wer schwächer wird, hat mehr Beschwerden – und damit mehr Grund zur Vorsicht. Dieser Kreis ist nach Knieverletzungen gut bekannt und behandelbar; er beginnt meist mit Erklärung. Zu wissen, dass ein trainiertes Bein das Knie schützt, verändert erstaunlich viel.

Nach einer Naht: erneutes Einklemmen oder plötzliche Schwellung. Das kann ein Versagen der Naht anzeigen und gehört zur operierenden Klinik zurück – nicht in die nächste Therapiesitzung.

15. Ein realistischer Zeitplan

Orientierungswerte aus der zitierten Literatur und aus der Praxis, keine Vorgaben. Individuelle Verläufe weichen ab, nach oben wie nach unten.

Konservativ, degenerativer Riss:

  • Woche 1 bis 3: Reizzustand senken, Streckung sichern, Ansteuerung des Oberschenkels, angepasste Alltagsbelastung.
  • Woche 3 bis 12: die eigentliche Trainingsphase, zwei bis drei Einheiten pro Woche. Hier entsteht der Grossteil der Verbesserung [14].
  • Monat 3 bis 6: weiterer Aufbau, Rückkehr zu anspruchsvolleren Tätigkeiten. In den Studien verbesserten sich beide Gruppen über zwei Jahre hinweg weiter [16].
  • Nach zwölf Wochen ohne jede Verbesserung gehört die Situation neu beurteilt.

Nach Teilentfernung: Alltag nach Tagen bis wenigen Wochen, Sport nach Kriterien meist zwischen Woche 6 und 12.

Nach Naht: Schutzphase etwa sechs Wochen, Aufbau bis Monat 3, Rückkehr in den Sport im Mittel zwischen 4,3 und 6,5 Monaten [35], bei Wurzelnähten und komplexen Rekonstruktionen länger.

16. Sieben verbreitete Missverständnisse

«Auf dem MRT ist ein Riss – das erklärt meine Schmerzen.»
61 Prozent der Menschen mit einem Meniskusriss im Bild hatten im Monat davor keinerlei Beschwerden, und bei Personen mit Arthrose ist ein Riss bei Schmerzhaften (63 Prozent) fast genau so häufig wie bei Schmerzfreien (60 Prozent) [4]. Der Riss gehört zum Bild, aber nicht automatisch zur Ursache.

«Ein gerissener Meniskus muss raus, sonst wird es schlimmer.»
Beim degenerativen Riss ist das Gegenteil belegt: Die Teilentfernung war der Scheinoperation nicht überlegen [9], [10], und nach fünf Jahren zeigten die Operierten eher mehr Arthrosezeichen [11], [26].

«Physiotherapie ist die Notlösung, wenn man nicht operieren will.»
In der niederländischen Studie war Physiotherapie der Operation nach zwei und nach fünf Jahren nicht unterlegen; die Autorinnen und Autoren nennen sie ausdrücklich die zu bevorzugende Behandlung [16]. In der norwegischen Studie war die Trainingsgruppe bei der Muskelkraft sogar besser [14].

«Wenn mein Knie hakt, hilft nur die Operation.»
Genau das wurde in der Scheinoperationsstudie geprüft: Beim Hängenbleiben und gelegentlichen Blockieren brachte die Entfernung des Meniskusstücks keinen Vorteil [23]. Die echte, mechanische Blockade ist etwas anderes – sie gehört zügig abgeklärt.

«Die Spiegelung ist ein kleiner Eingriff, das kann man ja mal machen.»
Innerhalb von 90 Tagen kommt es bei 0,3 Prozent zu einer schwerwiegenden Komplikation, darunter Lungenembolien und Infektionen, die weitere Operationen nötig machen [24]. Klein ist das Risiko, aber nicht null – und bei einem Eingriff ohne Nutzen ist jedes Risiko zu viel.

«Nach einer Meniskusnaht muss man sich schonen.»
Geschont werden bestimmte Bewegungen – tiefe Beugung unter Last, Drehen auf dem belasteten Bein, Springen. Das Training selbst läuft von Beginn an, im freigegebenen Bereich. Frühe Beweglichkeit und frühe Belastung haben in den vorliegenden Untersuchungen die Erfolgsrate nicht verschlechtert [33], [34].

«Nach sechs Wochen ist die Sache erledigt.»
Bei der konservativen Behandlung fällt die Hauptarbeit in die Wochen 3 bis 12 [14], nach einer Naht liegt die Rückkehr in den Sport im Mittel bei etwa einem halben Jahr [35]. Sechs Wochen sind eine Zwischenstation.

17. Wann Sie sich melden sollten

Zügig ärztlich abklären lassen:

  • Das Knie lässt sich mechanisch nicht mehr vollständig strecken – Verdacht auf eine echte Blockade.
  • Ein plötzlicher, stechender Schmerz an der Knieinnenseite hinten, oft beim Aufstehen aus der Hocke, mit anschliessender Schwellung – Verdacht auf einen Wurzelriss.
  • Das Knie knickt weg oder gibt nach.
  • Fieber, Rötung, Überwärmung, zunehmender Schmerz nach einer Operation – Verdacht auf Infektion.
  • Neue Wadenschmerzen, einseitige Unterschenkelschwellung, Atemnot oder Brustschmerz nach einer Operation – Verdacht auf Thrombose oder Lungenembolie.

In der Physiotherapie ansprechen:

  • Das Knie ist nach jeder Sitzung deutlich dicker und am Folgetag schlechter beweglich.
  • Die volle Streckung fehlt nach zwei bis drei Wochen weiterhin.
  • Sie können den Oberschenkel nicht bewusst anspannen oder das gestreckte Bein nicht anheben.
  • Nach acht bis zwölf Wochen regelmässigen Trainings hat sich an den gemessenen Werten nichts verbessert.
  • Sie vermeiden Bewegungen aus Angst, dem Knie zu schaden.
  • Sie haben ein Ziel, über das noch nie gesprochen wurde – zurück auf den Berg, zurück auf den Platz, zurück auf die Leiter.

Was Sie in unserer Praxis erwartet: zuerst die Einordnung – traumatischer oder degenerativer Riss, mit oder ohne Blockade, mit oder ohne Arthrose. Dann eine Ausgangsmessung (Beweglichkeit, Umfang, Kraft und Ansteuerung des Oberschenkels, Aufstehtest, Gehen, Gleichgewicht, bei sportlichen Zielen Sprungtests). Daraus ein Trainingsprogramm mit klaren Steigerungsschritten und ein Heimprogramm für die Zeit dazwischen. Nach vier bis sechs Wochen wird neu gemessen. Wenn sich trotz regelmässigem Training nichts bewegt, gehört das zurück in die ärztliche Beurteilung – und umgekehrt sagen wir es auch, wenn wir eine orthopädische Abklärung für nötig halten.

18. Zusammengefasst

Ein Meniskusriss ist zwei sehr verschiedene Dinge. Beim jungen Knie nach einem Unfall geht es darum, Gewebe zu retten, das nicht nachwächst – dort kann eine Naht der richtige Weg sein, mit einer langen, gestuften Nachbehandlung. Beim Knie über vierzig ohne Unfallereignis ist der Riss meist ein Begleitzeichen der Abnutzung, und dort ist die Sache so gut untersucht wie kaum etwas sonst in der Orthopädie: Die Teilentfernung ist einer Scheinoperation nicht überlegen und der Physiotherapie ebenfalls nicht.

Was stattdessen wirkt, ist unspektakulär und anstrengend: drei Monate Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche mit steigender Belastung, dazu Gleichgewicht und Bewegungsmuster, dazu ein Heimprogramm zwischen den Terminen. Das Ergebnis ist im Schnitt dasselbe wie nach einer Operation – bei mehr Muskelkraft, ohne Operationsrisiko und ohne dauerhaften Verlust von Meniskusgewebe.

Es bleiben klare Gründe für eine Operation: die echte Blockade, ein gut nähbarer Riss beim jungen, aktiven Menschen, der Wurzelriss. Und es bleibt eine Frage, die Sie stellen dürfen, bevor operiert wird: «Ist eine Naht bei mir möglich – und was passiert, wenn wir zuerst drei Monate trainieren?»

Ein Knie mit einem Meniskusriss ist kein beschädigtes Knie, das man ab jetzt schonen muss. Es ist ein Knie, das eine stärkere Umgebung braucht.

Wenn Sie das Aufstehen und Absteigen üben und dabei etwas über das Knie erfahren möchten: Unser Lernspiel Kniewerk führt mit fünfzehn sauberen Kniebeugen vom Tal auf den Gipfel. Es ersetzt keine Therapie – aber es macht Tempo und Tiefe erlebbar.

Literatur

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